https://www.gitarrenunterricht-frankfurt.de/wp-content/themes/GitarreFrankfurt/image/Logo-6a.png

Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Du übst ja tatsächlich so!

Ab und zu ergeben sich Gespräche zwischen Schülern und mir, die ich sehr erhellend finde.

Ich reite in meinem Unterricht ja ganze gerne auf dem Thema Üben rum. Ich fragte einen Schüler, einen Zweitklässler, warum ich eigentlich genauso üben würde, wie ich es erkläre. Sein Antwort war: „Damit Du das Üben kannst, Du musst es uns ja beibringen.“

Einige Tage später hatte ich eine Freistunde. Damit die nachfolgende Schülerin einfach reinkommt, lehnte ich die Tür an und so konnte man auch vor der Tür hören, wie ich übte. Irgendwann raschelte es vor der Tür, aber niemand kam rein. Ich dachte ich hätte mich verhört. Nach einigen Minuten kam dann doch die Schülerin rein und bemerkte verwundert: „Die Beatrice ist ja gar nicht da. Ich dachte die Tür steht aus Versehen auf.“ Ich war etwas verdutzt, weil ich gerade eine ziemlich schwere Bachfuge geübt hatte, und fragte: „Warum?“

„Du übst ja tatsächlich so, wie Du es uns erzählst. Es hat sich so angehört, als wenn Du mit mir übst. Deine Bewegungskommandos, die Wiederholungen, das Mitsingen, usw.“

Ich fand diese Reaktionen einerseits erhellend, andererseits verblüffend.

Mir haben schon einige Schüler, die auch schon andere Instrumentallehrer hatten, erklärt, wir Instrumentallehrer würden glaubwürdiger wirken als die Lehrer in der Schule. Wir würden mehr hinter dem stehen, was wir erzählen. Wenn wir Instrumentallehrer erzählen würden, wie man auf musikalischen Gebiet erreicht, dann hätten wir das wirklich so gemacht. Die Lehrer in der Schule würden nur theoretisieren, weil sie nie wirklich etwas erreichen hätten müssen. Bei uns Instrumentallehren würde man merken, dass wir etwas erreichen hätten wollen und es erreicht haben.

Trotz alledem scheint es so zu sein, dass Schüler glauben, dass unsere Welt  nichts mit ihrer Welt zu tun hat und dass ihre Probleme unterschiedlich zu unseren Problemen sind.

Dem ist eigentlich nicht so. Betrachtet man die Noten, die ich spiele und meine Schüler, dann ist der Unterschied ein rießengroßer. Beschreibt man aber mit der Terminologie verschiedener Wissenschaften, wie z.B. Psychologie oder Sportwissenschaften, den Lernprozess von Schülern oder Musikern, dann wird man feststellen, beide Gruppen machen das Gleiche. Der Unterschied lässt sich nur am Schwierigkeitsgrad der Stücke festmachen.

Teile diesen Beitrag von Gitarrenunterricht Frankfurt

Der Beitrag wurde am Freitag, den 8. August 2008 um 07:55 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .