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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Schwedisch für Anfänger

Ich war in Schweden und habe versucht dafür etwas Schwedisch zu lernen. Was hat das mit Gitarrenunterricht zu tun, wird sich jetzt mancher fragen. Gut, ich habe mich plötzlich gefragt, ob ich auf dem Gebiet des Schwedischen nicht etwas erlebt habe, was manche Schüler mit Instrumentalunterricht erleben. Nämlich das Verhältnis von Aufwand und Nutzen.

Ich wollte nicht viel, aber nicht mal das konnte ich und mein Lernaufwand war eigentlich umsonst. Warum? Ich war nicht auf den Level gekommen, um wirklich etwas mit meinem Schwedisch anfangen zu können und das berühmte Problem des Sprachenlernens auf meine Situation als Reiseradler konnte das Lehrbuch natürlich nicht eingehen.

Hätte ich jetzt Schwedischunterricht genommen, wäre es von Seiten des Lehrers am praktischsten gewesen, er hätte mir einen Zettel gemacht, auf dem die Antworten auf die Standardfragen gestanden hätten, die einem als Reiseradler gestellt werden. Die Reaktion der Schweden hätte ich nicht verstehen müssen, die ist weltweit gleich. Ansonsten geht es dir gut, finde ich aber toll, was Du machst; noch viel Spaß.

Dann hätte ich die Sätze gebraucht, um meine Unterkunft klar zu machen. Und für Kassen ohne Display die Zahlen. Die wichtigsten Höflichkeitsformeln und das wäre es gewesen. Dazu ein Wörterbuch, um Hinweise, Texte und die Schlagzeilen der Zeitungen zu verstehen.

Bloß was hätte der Schwedischlehrer dazu gesagt? Das ist aber jetzt kein richtiger Schwedischunterricht, sondern Flickschusterei. So werden Sie nie lernen, Schwedisch selbstständig zu sprechen oder zu lesen.  Wenn ich dann die Frage gestellt hätte, wie lange es dauert, bis ich so weit bin, dann wäre die Antwort gekommen: „x-Jahre.“ Und ich: „So lange!? So lange will ich aber für mein Ziel nicht einsetzen. Geht das nicht schneller. In einem halben Jahr geht es los.“

Was habe ich von dieser Erkenntnis?

Mir persönlich ist eine eventuelle Erwartungshaltung auf Seiten des Schülers deutlich geworden und damit lässt sich dann besser verhandeln.

Einer meiner inneren Maßstäbe ist, was könnte ein Kollege zu meinen Unterrichtsergebnissen sagen. Ein, der hat sie ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, das hat nichts mit Gitarre lernen zu tun, wäre mir sehr unangenehm. Aber ich glaube jetzt, ich könnte einem Interessenten die Problematik klar machen und er würde dann meinem Kollegen entsprechend widersprechen.

Die andere Seite ist, wenn Instrumentallehrer Dinge ablehnen, wird das gerne als verletzend oder dünkelhaft empfunden. Jetzt kann ich klar machen, dass ich mit einer Aufgabenstellung konfrontiert bin, die außerhalb des Rahmens meiner normalen Aufgabenstellungen liegt und deren Lösung einen Aufwand auf meiner Seite bedeutet, der einfach zu groß und damit unvernünftig ist. Vielleicht auch, dass das gleiche Problem vielleicht auf Seiten des Schülers besteht.

Was meine ich? Z.B. ich habe eine Anfängerin, die würde gerne die fill-ins von Santanas Maria, Maria können. Rhythmisch ist das ziemlich deftig. Ich kann versuchen, ihr die Sachen einzutrichtern, aber am Rhythmus wird ein normaler Anfänger aller Wahrscheinlichkeit nach scheitern. Und damit fängt die Schwierigkeit an, wird derjenige mit diesem ungefähren Ergebnis zufrieden sein?

Letztendlich sehe ich in dieser Erkenntnis eine Möglichkeit Zielkonflikte im Unterricht besser zu verstehen und beiden Seiten transparent zu machen.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 6. August 2010 um 08:12 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .