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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Stimmen mit den Ohren – Teil 3

Wie sich Schwebungen anhören, dafür habe ich im Artikel Schwebung – Schneller als die Physik erlaubt schon einmal diese Hörbeispiele bereitgestellt.

Das leichte An- und Abschwellen des Tones bezeichnet man als Schwebung.

So weit eigentlich ganz einfach zu hören. Doch dieses Hören wird mal wieder durch die Wirklichkeit erschwert.

So ein Gitarrenton hat eine Entwicklung. Der Partial und Grundton klingen unterschiedlich aus. Dies führt auf das erste Hören zu schwebungsähnlichen Höreindrücken. Es stellt sich die Frage, wird jetzt der Gesamtklang lauter/leiser oder wird da ein Partialton intensiver/schwächer.

Wenn ich mir unsicher bin, dann schlage ich die Einzeltöne an und verfolge das Ausklingverhalten. Dann schlage ich die Töne wieder gemeinsam an und beobachte, ob ich das Ausklingverhalten der Töne wiedererkennen kann. Wenn ja, dann ist die Schwebung extrem langsam und kann deswegen den Lautstärkenverlauf des Ausklingens nicht merkbar beeinflussen. Wenn nein, dann ist die Schwebung so schnell, sodass sie das Ausklingverhalten beeinflusst. Dann heißt es drehen, bis keine Beeinflussung des Ausklingverhaltens mehr erkennbar ist.

Dämpfen ist unabdingbar

Der Leser möge ein kleines Experiment machen. Die hohe e-Saite leicht zu tief stimmen, dann das a auf der e-Saite anschlagen. Bei sehr genauem Hinhören merkt, dass dieser einzelne Ton sich eigenartig/verstimmt anhört. Teilweise kann man sogar eine Schwebung wahrnehmen.

Gitarren leben von Resonanzen. Das bedeutet, wenn man zwei Saiten anschlägt, schwingen die anderen Saiten mit. Dieses Mitklingen trübt den ganzen Höreindruck und erschwert die Bewertung der Schwebung.

Aber sollte die hohe e-Saite total perfekt gestimmt sein, und man vergleicht das A auf der A-Saite und das a auf der g-Saite, dann überlagern sich mehrere E’s. Die E’s aus der Obertonreihe der angeschlagenen Saiten und das e der mitschwingenden hohen e-Saite.

In der Theorie sind die Oberton-E’s der angeschlagenen Saiten reine Quinten, das e der hohen e-Saite aber eine temperierte Quinte. Sie unterscheiden sich um zwei Cent. Also wenn die zwei A’s perfekt passen, kann trotzdem eine Schwebung entstehen, weil die Oberton E’s nicht identisch mit dem e der hohen e-Saite sein können.

Also ist es unabdingbar, alle nicht beteiligten Saiten zu dämpfen.

Anschlagvariation hilft

Meiner Erfahrung ist es leider nicht so, dass es eine ideale Art gibt, wie man anschlagen sollte, um eine Schwebung gut hörbar zu machen. Aber es gibt drei Faktoren, durch die man beeinflussen kann, wie gut man die Schwebung hört.

  1. Anschlagspunkt
  2. Anschlagsstärke
  3. Die Lautstärkebalance der einzelnen Töne. Also z.B. ob ich den höheren Ton eher leise oder laut verglichen zum unteren Ton spiele.
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Der Beitrag wurde am Freitag, den 8. März 2019 um 08:10 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gehör, Gitarre lernen, Gitarre stimmen, Gitarrenunterricht, Krimskrams, Musiktheorie abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .