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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Die Vorstellung verlangsamen

Ich glaube , jeder Lehrer kenn die Schüler die gerne schnell spielen und deswegen nichts ordentlich auf die Reihe bekommen. Es gibt die Fraktion, die ihren Bewegungsdrang austobt und die andere Fraktion ….

Die andere Fraktion hat sich mir gerade vorgestellt, in Form einer Grundschülerin, die sehr gut erklären kann, was in ihrem Kopf vorgeht. Diese Schülerin bekam ich von einem Kollegen. Sie hatte ungefähr ein halbes Jahr Spielpause. Als ich mir einen Überblick über ihren Könnensstand verschaffte, kam es zu einer kuriosen Situation.

Um ihre Notenlesekenntnisse zu testen, legte ich ihr „Merrily We Roll Along“ vor. Das war eines der als Letztes angestrichenen Stücke in ihrem Heft. Es war eine ziemliche Fehlanzeige. Sie konnte die Töne weder benennen, noch spielen. Dann wollte sie mir ein Stück aus dem Gedächnis vorspielen, was sie mal sehr gut gekonnt hat. Das funktionierte auch nicht. Darauf sang sie mir das Stück vor. Intonatorisch und rhythmisch sehr sauber. Aber sehr hohem Tempo. Es war „Merrily We Roll Along“.

Ich fragte: „Weißt Du, dass was Du da gerade singst, gerade vor dir auf dem Notenständer lag? Sie wusste es nicht. Und da ahnte ich, wie die andere Fraktion tickt. Die will das Stück so schnell spielen, wie sie es im Kopf hört.

In den ersten Stunden spielte die Schülerin, wie empfohlen langsam, aber monierte ziemlich schnell, dass es ziemlich komisch wäre, das Stück im Kopf schneller zu hören.

Also stellte ich ihr die Aufgabe, stelle dir das Stück erst langsam vor. Und sie fühlte sich um einiges wohler.

Aber ich machte eine interessante Beobachtung. Zu erst ließ ich bei dem zweizeiligen Stückchen die Schülerin nur die erste Zeile vorstellen. Irgendwie spielte sie die zweite Zeile anders als die erste Zeile. Auf Nachfragen erfuhr ich, in der ersten Zeile, wäre das Tempo des Vorausgehörten genauso wie von mir vorgezählt, in der zweiten Zeile genauso schnell wie gehabt.

Wir arbeiteten auch die zweite Zeile ab und alles war in Ordnung.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich hier auf Einzelphänomen gestoßen bin. Aber dass sich das Tempo der inneren Vorstellung sich nicht automatisch dem gespielten Tempo anpasst, ist für mich eine Neuigkeit.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 27. September 2013 um 08:52 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .