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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Sprints üben mit getrennten Händen – Teil 2

Wenn man Sprints oder Schnelligkeit trainiert, dann befindet man sich ja eher in seinen Grenzbereichen. Damit ist auch teilweise die rhythmische Sicherheit beeinträchtigt. Also wenn man versucht, beide Hände zusammenzusetzen, könnte es problematisch werden. Vielleicht ist auch manchen aufgefallen, wenn man die Beispiele von Teil 1 ausprobiert, dass man durch die unterschiedlichen Töne in der linken und rechten Hand eine leicht unterschiedliche Phrasierung einstellt. Also wie schafft man es, dass die Hände wirklich mit dem gleichen Mikrotiming spielen.

Meine Idee war die einzelnen Hände durch ein externes Signal vorab zu synchronisieren. Dabei mache ich mir einen Effekt zunutze, der mir immer mal wieder aufgefallen ist, wenn ich mit elektronischer Unterstützung übe. Läuft irgendeinen musikalischer Abschnitt in einer Schleife, dann stellt der Körper oder in unserem Fall die Finger darauf ein ohne dass man sich darum kümmern muss.

Also wird eine rhythmische Sequenz lang genug in einer Schleife wiederholt, macht man früher oder später automatisch  mit. Wohlgemerkt je größer die musikalische Erfahrung, desto früher findet diese Synchronisation statt.

Bloß wie kommt man an so eine Quelle? Früher (Der alte Mann erzählt mal wieder.) war das mühselig und teuer. Aber dank Notensatzprogramme wird es ziemlich einfach. Das Notensatzprogramm muss Töne erzeugen können und eine Stelle als immer wiederkehrende Schleife abspielen können. Wenn das vorhandene Notensatzprogramm diese Bedingungen nicht erfüllt, dann hilft das kostenlose MuseScore weiter.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder man gibt ein rhythmisches Pattern ein und wählt einen perkussiven Klang oder man gibt die Noten als solches ein und wählt dann ein Instrument.

Der Synchronisationseffekt kann ein wenig durch die Klangwahl beeinflusst werden. Je weniger Hall eingestellt ist, desto besser.

Dann stellt sich die Frage, wie lange wählt wird die Schleife verglichen zum Sprint. Ist die Schleife zu kurz, entsteht „kognitiver Stress“. Wählt man die Schleife aber „zu“ lange, dann stellt sich kein Gefühl dafür ein, wann der Sprint beginnt. Dem kann man abhelfen, indem man das Metronom zuschaltet oder sich noch Noten hinschreibt, die wieder ermöglichen, ein Gefühl für das Beginnen des Laufes zu haben. Also die Stille muss notfalls musikalisch gestaltet werden.

Jetzt kann es sein, dass es trotz alledem es schwer fällt einzusteigen. Hilfreich ist dann, ein Weile zu zu hören und darauf zu achten, ob sich eine körperliche oder innerliche Reaktion einstellt. Oder ob man die einzelnen Impulse des Rhythmus oder Laufes wahrnimmt. Erst dann steigt man ein.

Wichtig ist, je näher man seinen Grenzen bewegt, desto schlechter funktioniert die Methode. Aber ich komme damit weiter, als wenn ich so etwas mit Metronom versuche oder sogar ohne äußere Tempovorgabe.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 7. Februar 2020 um 08:34 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, praktisch, Übematerial, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .