Silbenlagenwechsel und seine Nebeneffekte
Ich habe mit meinen Silben aus dem Artikel Silbenlagenwechsel und gebundenes Spiel weiter experimentiert. Dabei habe ich noch einige andere schöne Nebeneffekte entdeckt.
Sauberer Fingerkuppenkontakt rechts
Ein Thema, das mich eigentlich nie interessiert hat und auch bei mir nie angesprochen worden ist : Bei den kurzen Silben kann man wunderbar feststellen, ob die Finger der rechten Hand gut auf der Saite gelandet sind. Wenn nach der Landung die Finger nachrutschen, weiß man, dass die Fingerkuppen schlecht gelandet sind.
Man könnte jetzt vielleicht einwenden: Man kann ja auch einfach die Kuppen auf die Saiten aufsetzen und dies feststellen. Aber bei mir ist es so, dass ich meine Finger dann wesentlich langsamer bewege . Dadurch fällt es natürlich leichter , die Fingerkuppen gut aufzusetzen. Arbeite ich mit den Silben, nähern sich meine Finger wesentlich schneller der Saite.
Töne in Akkorden hören
In meinen Anfangszeiten als Gitarrenschüler konnte ich relativ wenig mit solchen Ansagen anfangen: „Man hört das Gis in dem Akkord nicht richtig.“
Bei meinen Dämpfexperimenten entstand durch Zufall folgende Situation: Ich habe in einem dreistimmigen E-Dur-Akkord zunächst alle Töne gedämpft. Dann habe ich das Gis zusammen mit einem anderen Ton gedämpft. Anschließend das Gis alleine, und zwar auch mit unterschiedlichen Längen. Dadurch entstanden mehr Hörvarianten , die vermitteln, wie es klingen kann, wenn das Gis nicht gut angeschlagen wird.
Ich weiß nicht, ob mir diese Methode damals geholfen hätte, aber ich finde, sie hat mein Ohr noch einmal etwas sensibilisiert.
Die Länge des Basses hören
Es ist immer wieder in diesem Blog das Thema gewesen , dass es schwierig ist, die Länge eines Tones der Unterstimme mit dem Gehör zu kontrollieren. Das gilt insbesondere dann, wenn während des Erklingens des Tones in der Unterstimme vielleicht noch ein weiterer Ton in der Oberstimme angeschlagen wird.
Eigentlich hat mich beschäftigt: Wie wende ich meine Methode in solchen Situationen am besten an? Es ist ja leider so, dass man bei manchen Tönen im Bass sehr leicht hört, wann man den Finger abhebt. Bei manchen schwer und bei manchen hört man es (vielleicht) gar nicht.
Durch meine Silben-Dämpfexperimente stellte ich aber fest, dass dadurch schwer zu hörende Töne danach leichter zu hörend zu kontrollieren waren.
Es hat sich eine Herangehensweise herausgebildet.
Ich möchte dies exemplarisch anhand dieses Notenbeispiel darstellen.

Die Töne im Bass werden grundsätzlich gedämpft. Die Töne in der Oberstimme sollte man in den ersten Varianten mitdämpfen, in der fortgeschrittenen Version hingegen klingen lassen.
Der Beitrag wurde am Freitag, den 6. November 2026 um 08:49 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, Übematerial, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .