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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

„Klassische Gitarretechnik“ ist eine Art und Weise, also Technik, wie man das Instrument Gitarre spielen kann. Man kann mit der klassischen Gitarrentechnik alle musikalischen Genres spielen.

Also, was ist das Besondere an der „klassischen Gitarrentechnik“? Eigentlich nichts, sie benutzt wie viele andere Techniken statt einem Plektrum die Finger der rechten Hand.

Der Rechte-Hand-Graben

Gitarre war ein klassenlosen Instrument. Deswegen wurden zu vielen Zeiten und an vielen Orten Techniken entwickelt, wie man dieses Instrument spielt. Also es gibt nicht eine Art, wie man Gitarre spielt, sondern viele.

Dabei lassen sich diese unterschiedlichen Techniken in zwei Welten unterteilen.

Der eine Teil der Gitarrenwelt spielt mit Plektrum, der andere mit den Fingern der rechten Hand. Der Name der Grenze zwischen diesen beiden Welten lautet „Plektrum versus Finger“.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Fingertechniken sind je nach Betrachtungsweise marginal.

Plektrum versus Finger

Der große Unterschied zwischen Plektrum und Finger ist, was für Saiten kann man gleichzeitig anschlagen. Mit dem Plektrum  kann man eigentlich nur benachbarte Saiten gleichzeitig anschlagen. Spielt man mit Fingern, kann man Saiten gleichzeitig anschlagen, die weit auseinanderliegen.

Die grüne Saitenkombi kann man gleichzeitug nur mit Finger anschlagen, die rote kann man mit Plektrum oder Finger spielen.

 

Grün kann man wieder nur mit den Fingern gleichzeitig spielen. Die rote geht mit Plektrum oder den Fingern.

Und das hat Folgen für die Musik, die man spielen kann.

Vereinfacht gesagt mit einem Plektrum kann man entweder eine Melodie oder eine Begleitung spielen. (Deswegen gibt es in vielen Bands einen Leadgitarristen und einen Rhythmusgitarristen.) Spielt man mit Fingern in der rechten Hand, kann man eine Melodie und eine Begleitung der Melodie gleichzeitig spielen.

Also will man ein Lied mit Plektrum spielen, braucht man jemand zweites, der den anderen Part also die Begleitung oder die Melodie übernimmt. Oder man singt dazu. Spielt man mit Fingern kann man ein Stück oder Lied alleine spielen.

Warum gibt es denn dann Plektrum?

Gitarre war schon immer, bevor es die elektrische Verstärkung gab, ein furchtbar leises Instrument und wurde von anderen Instrumenten übertönt. Viele Entwicklungen in der Gitarre oder dem Gitarrenbau haben damit zu tun, dass man lauter spielen kann. Was hilft es einem, wenn man sehr ausdifferenziert spielen kann, aber man auf dem Tanzboden nicht gehört wird.

So weit die Fakten.

Plektrum oder „Fingerstyle“ lernen?

Was ist sinnvoller zu lernen? Jetzt kommt eine natürlich subjektiv gefärbte Meinung.

Als ich anfing Gitarre zu spielen, wollte ich Hendrix II werden. Also spielte ich mit Plektrum. Obwohl ich in einem Internat war, fanden sich nicht genügend Mitstreiter eine Band zu gründen. Also ich spielte für mich alleine.

Eines Tages fielen mir Noten für klassische Gitarre in die Hand. Und das fand ich dann plötzlich wesentlich spannender, weil ich plötzlich Melodie und Harmonik gleichzeitig spielen konnte. Es war nicht so monoton. Ich legte meinen Hendrixtraum ziemlich schnell ad Acta.

Etwas Ähnliches erlebe ich bei meinen Schülern. Sie fragen mich zwar in der Pubertät nach Akkorden – also Plektrumspiel -und ich mach das gerne. Aber nach ein paar Stunden kommt: „Das ist langweilig! Das ist ja immer dasselbe. Können wir nicht wieder die anderen Sachen machen? Das ist interessanter.“

Bzw. die Enttäuschung ist ziemlich groß, wenn man nur die Akkorde -also die Begleitung – spielt, dass das relativ wenig mit damit zu tun hat, was man aus dem Radio kennt. Denn die anderen Musiker fehlen. Insbesondere der/die SängerIn fehlt.

Aus diesen Erfahrungen gebe ich die Empfehlung, wer keine Bandträume hat, sondern für sich spielen will, sollte eine Gitarrentechnik lernen, die die Finger der rechten Hand nutzt.

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