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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Paraphrase 8 über “Einfach üben” – Rotierende Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit kann sich beim Üben immer nur auf einen Aspekt richten. Deshalb: Nach dem „Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit“ üben!
aus Einfach üben von Gerhard Mantel

Grundsätzlich kann ich immer wieder feststellen, dass meine Schüler versuchen auf Alles gleichzeitig zu achten und deswegen auf gar Nichts achten. Ich rate ihnen dann: „Du musst deine Aufmerksamkeit rotieren lassen, damit sie nicht ins rotieren kommt.“

Aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht genauer erläutern will, kann man nicht auf alles gleichzeitig achten. Deswegen empfiehlt Mantel, dass man sich auf einen Aspekt konzentriert (z.B.  sauberes Greifen oder Phrasierung) und andere Aspekte vernachlässigt.

Auffallend ist, dass viele Schüler dieses Prinzip spontan etwas missverstehen. Sie achten nur noch ausschließlich auf den gewählten Aspekt und glauben alles andere wäre egal. Meiner Meinung nach solltest Du darauf achten, dass der Notentext und der Fingersatz nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Oder Du solltest so lange an einem Aspekt arbeiten, bis der Notentext, der Fingersatz und sauberes Spiel wieder gegeben ist.

Ein anderer interessanter Aspekt ist meiner Erfahrung nach, dass sich durch die rotierende Aufmerksamkeit auf lange Sicht, zwei Aspekte zu einem verbinden können. Z.B. achtet man auf die Lockerheit der Greifhand und dann auf das saubere Greifen, ergibt sich auf Dauer, dass wenn man das saubere Greifen beobachtet automatisch auch die Lockerheit mit beachtet.

Bei Anfängern halte ich dieses Prinzip teilweise für kontraproduktiv, weil die Bewegungsabläufe zu wenig gefestigt sind und der Aspektwechsel diese so massiv stört, dass das Ganze für Kinder eher frustrierend wird.

Dieses Problem, dass wenn man auf einen neuen Aspekt achtet, dass die Sicherheit der Ausführung leidet, besteht bei jedem. Dies hat seine Gründe in den Lerngesetzen des motorischen Lernens. (Siehe: Warum muss ich das noch üben?) Diese Erfahrung schreckt einige auch von diesem Prinzip ab.

Wenn Du meine oben erwähnten motorischen Lerngesetze in Betracht ziehst, kannst Du diese Störungen als Messinstrument für dein Können verwenden. Je weniger ein Aspektwechsel deine Sicherheit beeinträchtigt, desto besser beherrscht Du schon dein Stück oder den Aspekt.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 27. Februar 2009 um 08:11 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .