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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Paraphrase 7 über „Einfach üben“ – Lernen durch Nachahmung

Von Vorbildern kann man lernen. Sich gegenseitig zu beobachten, zwingt zur Detailbeobachtung. Nachahmung erzeugt Resonanzeffekte bei Spieler und Hörer und erweitert den Erlebnishorizont.
aus Einfach üben von Gerhard Mantel

Ich glaube in dem Roman „Der grüne Heinrich“ von Gottfried Keller wird die Malerausbildung in früheren Zeiten beschrieben. Man wurde angehalten, die Bilder alter Meister möglichst detailgetreu zu kopieren. Dies diente nicht nur dem Erwerb der Technik, sondern man versprach sich auch davon, dass man die Idee, die hinter dem Bild stand, zu verstehen.

Ebenfalls war das für mich Anlass Aufnahmen von Werken, die ich geübt habe, zu kopieren. Dies war um vieles hilfreicher, als alle verbalen Anregungen im Unterricht. Hilfreich waren dabei die elektronischen Hilfsmittel wie Transcribe oder Melodyne. Ich war dabei sogar so radikal, dass ich wie in der Popmusik üblich ist, Stücke nur nach Aufnahmen zu lernen. Aus meiner Erfahrung ist das nur zu empfehlen.

Aber letztendlich ist jeder Instrumentalunterricht in vielen Fragen eine Form von Nachahmung. Dabei sind mir im Unterricht zwei Dinge aufgefallen, die ich für erwähnenswert halte.

Mentales Training durch Beobachten

Hier handelt es sich um ein Verfahren, was ich aus meiner Beschäftigung  mit sportwissenschaftlichen Themen kenne. Normalerweise wird dem Schüler gesagt: „Beobachte genau, was ich mache!“ Meisten, ebenfalls haben das all meine Lehrer so gehalten, wird dem Schüler auch gesagt, was er sieht.

Vorteilhafter ist meiner Erfahrung nach, den Schüler seine Beobachtungen formulieren zu lassen. Die stärksten Effekte stelle ich aber bei einer bestimmten Art von Beobachtungsaufgabe  fest. Ich bitte den Schüler ein Gelenk oder Fingerglied zu beobachten und fordere ihn weiter auf, sich vorzustellen, wie es sich bei ihm anfühlen müsste, wenn er diese Bewegung ausführen würde.

Das Erfassen und Imitieren von musikalischen Parametern ist nicht alles

Bemerkenswerter Weise wurde die Unzufriedenheit von Schülern geäußert. „Ich spiele zwar das, was Du mir sagst, aber es ergibt keinen Sinn für mich. Es ist tot für mich, obwohl es bei dir lebt.“

Wenn ich diese Schüler bitte, mich zu beobachten und sich vorzustellen, was ich beim Spielen empfinde, dann haben sie plötzlich das Gefühl, dass es Sinn für sie ergibt. Ich persönlich finde dann, dass sich das Gespielte dann organischer anhört.

Daraus ergibt sich die Anregung, wenn Du Aufnahmen imitierst, dass Du auch versuchst, dir das Empfinden des Interpreten vorzustellen.

Deswegen sind vielleicht solche Angebote wie Youtube, Konzert-DVD, etc. wertvoll. Denn der körpersprachliche Ausdruck  ist hilfreich in dieser Aufgabe. Weiter ist interessant, dass man den Musikern wesentlich genauer auf die Finger sehen kann als im Konzertsaal. Nicht unbedingt um bestimmte Bewegungsabläufe abzukupfern, sondern um einen Eindruck zu bekommen, was  Bewegungsqualität auf einem sehr hohen Niveau sein kann.

Doch möchte ich hinzufügen, man sieht und hört nur das, was man weiß. Soll heißen, wer nicht weiß, dass es so etwas wie Agogik gibt, der wird sie nur mitbekommen, wenn sie eine gewisse Wahrnehmungsschwelle überschreitet.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 23. Januar 2009 um 08:17 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .