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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Konditonierungsvolten

In dem Buch „The Art of Piano Playing“ schreibt der Autor, dass je nach Unterricht die Gefahr bestünde, dass folgende Reiz-Reaktionskette entstehen würde:Notenbild -> Bewegung

Ziel wäre es, dass folgende Reiz-Reaktionskette entstehen würde:

Notenbild -> Klangvorstellung-> Antizipation der Bewegung-> Bewegung-> Wahrnehmung des Klanges und Bewertung desselbigen

George Kochevitsky beschreibt auch ein Unterricht, der das Entstehen dieser Reiz Reaktionskette fördern sollen.

Mir ist diese Überlegung nicht neu, doch bei dieser Wiederbegegnung fiel mir ein neuer Aspekt auf. Ich habe einige Lehrer erlebt, die mich unterrichtet haben. Ich habe den Unterricht anderer Lehrer beobachtet. Mir fällt eigentlich keinen Lehrer ein, von dem ich sagen könnte, er hätte seinen Unterricht so gestaltet, dass die oben zweitgenannte Reiz-Reaktionskette entstehen würde.

Wenn meine Erfahrung  repräsentativ wäre, dann würde sich die Frage stellen, warum manche Schüler nach einigen Jahren immer noch die erste Reiz-Reaktionskette verwenden, aber andere Schüler die zweite?

Also kann es sein, wenn gleiche Lernbedingungen herrschen, dass trotzdem unterschiedliche mentale Strategien im Schüler entstehen? Dies müsste man eigentlich durch eine wissenschaftliche Untersuchung belegen. Aber ich würde aus meiner Erfahrung sagen, dass diese Untersuchung diese These bestätigen würde.

Da in dem oben genannten Buch der Lernprozess als eine Art Konditionierung beschrieben wird, habe ich mein Wissen um Konditionierung aufgefrischt.

Bei den Beispielen, mit denen Konditionierung erklärt wurde, wurde auch auf den zweiten Weltkrieg zurück gegriffen. Viele Menschen würden bei Sirenenklängen wieder die Ängste aus dem Luftschutzkeller wiedererleben. Also die Sirenen beschwören eine Erinnerung herauf.

Also habe ich mich hingesetzt und ein kleines Selbstexperiment unternommen. Ich sah mir Notentexte an und beobachtete, was sie in meinem Kopf auslösten. Die ausgelösten Assoziationen waren unterschiedlich. Mal war es nur eine Klangvorstellung, mal nur eine Bewegungsvorstellung, mal ein Gemisch daraus. Mal war Klangvorstellung schneller als die motorische Vorstellung. Dann war wieder die motorische Vorstellung schneller als die Klangvorstellung. Letzt sich war die Reaktion in meinem Kopf auf einen Notentext nicht einheitlich.

Betrachte ich aber meine Reaktionen unter dem Aspekt, wie vertraut das Material in motorischer oder musikalischer Hinsicht mir war, dann kann ich feststellen, dass die Reflexe in meinem Kopf dementsprechend abliefen. Vertraute musikalische Wendungen mit einem kniffligen Fingersatz, hatten zur Folge, dass der Klang schneller in meinem Kopf entstand als die motorische Vorstellung. Eine ungewöhnliche musikalische Wendung mit leichten Fingersatz hatte zur Folge, dass die motorische Vorstellung sehr schnell in meinem Kopf war, aber der Klang vielleicht sogar ausblieb.

Also je nach Situation speichert man die Dinge unterschiedlich ab. Wenn nun ein Schüler speziell mit der Klangerinnerung überdurchschnittlich Schwierigkeiten hat, dann greift sein Hirn automatisch zur motorischen Vorstellung.

Bzw. wenn der Schüler starke motorische Schwierigkeiten hat, dann ist er vielleicht so absorbiert, dass die Wahrnehmung des klangliche Ergebnis zu stark in den Hintergrund tritt.

Lange Rede kurzer Sinn, als Lehrer brauche ich Methoden, die den Schüler zwingen sich innerlich mit dem Klang des Stückes auseinanderzusetzen.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 19. April 2013 um 08:25 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .