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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Das Griffbrett verstehen – Teil 10

Ich habe, als ich meinen Schülern erklärte, wie man die Töne auf dem Griffbrett verschiebt, beobachtet, dass sie das Ergebnis spontan von sich aus hörend überprüften. In den anderen Beiträgen habe ich immer wieder anklingen lassen, dass ich diese Methode für Melodien nicht so effektiv ansehe.

Herum probierend ist mir ein Weg aufgefallen, der im Geiste der Griffbrettschieberei funktioniert. An dem folgenden Beispiel werden die Probleme dieser Methode klar, aber vielleicht doch, wie sie trotzdem helfen kann.

Die Grundidee lautet, spiele eine Passage der hohen Lage in der tiefen Lage mit dem Fingersatz der hohen Lage vor und die Klangerinnerung hilft dir dich in der hohen Lage leichter zurechtzufinden, weil Du weißt wie der Ton zum Finger sich anhören muss.

Dazu folgendes Beispiel:

Das erste Problem ist offenkundig. Die Passage nutzt zwei Lagen. Also einfach die Positionen von oben nach unten schieben geht nicht.

Diese Fragmentierung in verschiedene Lagen während einer kurzen Passage, ist einer der Gründe, warum diese Schiebemethode für Melodien nicht so ergiebig bis unergiebig ist.

Eigentlich würde man, wenn es keine Unterstimme gäbe, das #d mit dem dritten Finger greifen. Wenn man den Fingersatz in der zweiten Lage verwendet, muss man vom #f zum e einen kleinen Lagenwechsel machen. Dieser Fingersatz fühlt sich in der zweiten Lage reichlich komisch an.

Wenn man dann in der siebten Lage versucht, diese Tonleiter zu spielen, finde ich, erkennt mein Fingergefühl kaum eine Ähnlichkeit zum Spielgeschehen in der zweiten Lage. Bei den Griffen war das ganz anders, dort war die Erinnerung an den Griff in der tiefen Lage die Gedächtnisstütze, um den Griff in der hohen Lage herzuleiten.

Also je höher die Möglichkeiten der Irritation, desto weniger hilft die Methode. Aber ich konnte bei meinen Schülern feststellen, dass die durch das Spielen entstandene Klangerinnerung in der tiefen Lage eine große Hilfe in den hohen Lagen ist.

Ich habe diese Idee noch weiter gesponnen. Sobald die Töne über dem zweigestrichenen A liegen, kann man ja die betreffende Passage nicht mehr in einer tiefen Lage spielen. Aber man kann sie oktavieren und teilweise ist es möglich den Fingersatz mitzukopieren.

Letztlich hilft auch hier wieder sehr stark die Klangerinnerung in der hohen Lage.

Wobei ich ausdrücklich sagen möchte, eigentlich ist die Hilfestellung die Klangerinnerung. Den Fingersatz kopieren, kann helfen, muss aber nicht. Als Lehrer im Unterricht kann man diese Frage abklären und diese Methode dem Schüler an die Hand geben. Als eigenständige Methode für den Schüler ist der Weg zu wenig konsistent.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 10. April 2015 um 08:40 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .