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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Das Griffbrett verstehen – Teil 11

Einerseits bin ich fasziniert von der Möglichkeit Töne so einfach auf dem Griffbrett hin und her zu schieben. Andererseits habe ich auch gewisse Zweifel an ihr. Die ganz hohen Töne bleiben außen vor. Es funktioniert eigentlich nur mit Tonkombinationen, wie sie selten vorkommen. Sobald ein Ton höher als das zweigestrichene A in einem Akkord vorkommt, kann man diesen Ton nicht mehr herleiten. Und diese Töne kommen reichlich häufig vor.

Aber in der Beschäftigung mit dieser Methode ist mir aufgefallen, wie sich mein Denken verändert hat. Bei mir und bei meinen Lehrern war und ist es so, Griffe in den hohen Lagen, die nicht konventionell sind, verursachen, dass die Sucherei anfängt. Jetzt kann ich mir die tiefen Töne des Akkordes herleiten. Meist bleibt nur ein Ton übrig, der nicht hergeleitet werden kann. Aber der ergibt sich durch Fingersatz und Anatomie meist nahezu zwangsläufig.

Auf einen anderen Punkt hat mich ein Schüler durch eine Kritik gebracht. Letztendlich wäre es doch so, dass durch diese Methode nur ein oder zwei Möglichkeiten klar wären. Die weiteren Möglichkeiten müsste man doch wieder mühselig zusammensuchen.

Als ich mich mit dem Einwand beschäftigte, fiel mir auf, dass dieser zuerst einleuchtende Einwand nicht stimmt. Habe ich eine Griffmöglichkeit gefunden, kann ich auch einzelne Töne des momentanen Griffes verschieben. Also die anderen Möglichkeiten müssen nicht mühselig zusammengesucht werden.

Bzw. wenn sich zwei Griffmöglichkeiten ergeben, sind alle anderen Griffmöglichkeiten eine Art Schnittmenge dieser zwei Möglichkeiten.

Durch diese Sichtweisen hat ein schlagartiger Tempoanstieg bei mir stattgefunden, mir verschiedene Varianten für einen Akkord auszudenken.

Ich frage mich, wenn ich diese Art des Denkens, schon seit Jahren betreiben würde, ob dann nicht mir schon beim Sehen automatisch alle Möglichkeiten für eine Stelle einfallen würden. Bei manchen Sachen leuchten diese Möglichkeiten schon jetzt auf.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 17. April 2015 um 08:04 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Allgemein, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .