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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Metronomzug

Ich habe eine neue Übevariante mit Metronom kennengelernt. Vorgeschlagen wurde, fehlerhafte Stellen mit steigenden Metronomzahlen zu üben. So weit auf den ersten Blick nichts Neues.

Beim zweiten Blick gab es etwas für mich Neues. Stelle das Metronom auf ca. 50 – 60. Dies gibt das Tempo für den kleinsten Notenwert des Stückes vor. Erhöhe dann jeweils um 12 – 16 Metronomschläge.

Mir wurde eine ähnliche Version in der Vorzeit der elektronischen Metronome vorgestellt. Da war das Anfangstempo 50 – 60 meist für den Grundschlag des Stückes.

Ich konnte mich nie mit dieser Methode anfreunden. Damals gab es zwei Gründe dafür. Ich bin immer oder sehr lange gegen dieselbe Metronomzahl angerannt und bemerkte eigentlich auch so keine große Verbesserung für das Spiel.

Wesentlich ergiebiger fand ich, mit elektronischen Mittel über einen langen Zeitraum mich allmählich langsam hoch zu schleichen. Teilweise erhöhte ich die Metronomzahl um Werte, die kleiner als 1 waren.

Ich habe die Metronomskala sehr feinkörnig gemacht.

Deswegen war ich verblüfft, wie sehr sich die Wirkung der zwei oben beschriebenen Methoden für mich unterschied.

Wenn ich mit einem Metronomschlag von 50 – 60 für den kleinsten Notenwert anfange, ergibt sich für mich ein sehr sinnvolles Phänomen.

In so einem Tempo ist eigentlich möglich, jede Bewegung ohne Stress sehr entspannt auszuführen.

Wenn ich dann das Tempo steigere, dann merke ich unter Umständen: „Hoppla, das Greifen des ersten Fingers ist leicht angespannter geworden. Was ist da los?“

Dann versuche ich diese Anspannung weg zu üben. Dabei bekomme ich natürlich mit, wie ich mich verhalten muss, damit die Anspannung nicht entsteht. Bei den weiteren Tempoerhöhungen, achte ich darauf, dass ich diese Verhaltensweise dem steigenden Tempo anpasse. Was auch meist sehr gut funktioniert.

Wenn ich diese Mühle dann durchgezogen habe, habe ich etwas gelernt. Ich bin einen Schritt weitergekommen.

Steige ich mit einem höheren Tempo in solch einen Metronomzug ein, ergibt sich diese Klarheit der Analyse nicht. Auch das „Implementieren“ der eher vage erahnten Verbesseungsstrategie ist schwieriger.

Die Methode hat noch einen angenehmen Effekt. Sie ist zeitaufwendig, aber es wird dabei nicht langweilig. Weil die Aufgabe kontinuierlich erschwert wird, schläft der Kopf nicht ein.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 19. Juni 2020 um 08:41 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, Lernen, praktisch, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .