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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Bei der Krankengymnastik

Mein Arztbesuch hat auch ein Rezept für Krankengymnastik zur Folge. Bei der Krankengymnastik bin ich auch wieder in der Schülerrolle gewesen. Insbesondere weil ich neue, fremde Bewegungen erlernen musste. Und ich fand das sehr erhellend für mich.

Bemerkenswert fand ich, wie wenig oder wie viel ich aufnehmen konnte. Ich habe mich vorsichtshalber gleich zu Hause hingesetzt und mir die Übungen aufgeschrieben und schon dabei bemerkt, obwohl dies nur eine halbe Stunde nach der Krankengymnastiksitzung war, dass mir manche Details der Übungen verloren gegangen waren.

Deswegen mein Tipp, setzt euch  direkt nach Gitarrenstunde hin und versucht euch Notizen zu mache. Dabei bemerkt ihr auch, was vielleicht nicht so klar geworden ist. Nehmt das als Basis, um in der nächsten Stunde nachzufragen.

Auf die Frage, wie viel und wie genau ich im Unterricht die einzelnen Punkte bearbeiten darf, fiel ein interessantes Licht. Das es einige Zeit im Unterricht braucht, bis etwas gut verstanden worden ist, war mir bekannt. Aber was mir aus meinen grauen Vorzeiten als Anfänger doch nicht mehr so richtig bewusst war, wie lange es dauert,bis sich ein Bewegungsmuster einigermaßen verlässlich ausgeführt wird. Von der Automatisierung will ich schon gar nicht mehr reden. Zusätzlich habe ich bemerkt, wie sehr mir das ausführliche Arbeiten in den Sitzungen geholfen hat.

Wenn es euch mal wieder zu doof im Unterricht, wie genau etwas besprochen wird und wie lange…. Leute, es ist sehr sinnvoll.  Es erspart euch viel Zeit und Umwege.

Was ich auch ganz erstaunlich fand, was man alles so nicht in seinen Bewegungsabläufen bemerkt, obwohl, wenn man darauf gestoßen wird, es absolut offenkundig ist. Auf Grund einer Fehlstellung der linken Kniescheibe entlaste ich bei ganz normalen Kniebeugen das linke Bein. Dabei hebe ich die linke Ferse vom Boden. Zwei Stunden bevor mir das die Krankengymastin eröffnete, habe ich zu Hause selbst Kniebeugen gemacht. Mir ist nicht aufgefallen, wie eigenartig ich Kniebeugen mache. Aber trotz aller Hinweise bin ich mir bei weitem nicht sicher, ob ich jetzt die Füsse so belaste, wie es sein soll.

Den Gedanken „Merkst der nicht …“ werde ich vermutlich ab sofort vorsichtiger verwenden.

Für euch, in dieser Selbstwahrnehmungsproblematik liegt der Grund, warum euer Lehrer immer noch herummäkelt, obwohl ihr glaubt es stimmt.

Meine Oberschenkelmuskulatur ist auch noch asymmetrisch. Da ich viel radfahre, versuche ich jetzt meine Beine gezielt andersrum zu belasten. Zum Beispiel statt mich mit dem linken Fuß an der Ampel ab zu stützen, versuche ich mich mit dem rechten Fuß ab zu stützen. Bloß alleine die Tatsache statt des linken Fußes den rechten vom Pedal zu nehmen, verursacht teilweise solch ein Chaos, dass ich auch schon beinahe hingeflogen wäre. Es wollte plötzlich kein Fuß vom Pedal.

Hier zeigt sich aber, dass es wichtig ist, die Dinge von Anfang richtig zu lernen, wenn man schon bei solch elementaren Dingen solche Probleme bekommen kann.

Vermutlich wird sich mancher fragen, warum mich diese Erfahrungen so beschäftigen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass ich auf Grund meines Wissens über Bewegung, meinem täglichen Bewegungslernen und meiner permanenten Auseinandersetzung mit meinem Körper, nicht  solche Probleme hätte. Die ganze Erfahrung hat mir deutlicher  gemacht, wie es vielleicht meinem Gegenüber gehen mag.

Ich war zwar auch mal Anfänger, aber ich glaube, meine Erinnerungen sind wohl doch eher verklärend, obwohl ich mich nicht als Überflieger in Erinnerung habe.  Aber ich war zu jung, um wirklich zu verstehen, wie das auf der anderen Seite sein kann.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 5. September 2008 um 08:57 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Lernen abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .