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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Shine a light – Rolling Stones

Nach der Kritik in der FAZ über den Film „Shine a light“ habe ich mir echt überlegt, ob ich mir diesen Film ansehe. Ich habe ihn mir trotzdem dann angesehen. Ich würde der FAZ-Kritik -bis auf diesen ideologiekritischen Kitsch- erst einmal ziemlich bedingungslos zustimmen, aber ich fand den Film trotzdem interessant. Wobei meine Blickweise sehr berufsbedingt ist.

Als ich zum ersten Mal die Musik von dem Film „Buena Vista Social Club“ hörte, war ich von der lässigen Eleganz dieser Musik angetan. Erst später erfuhr ich das Alter der Musiker. Andere alte Musiker beobachtend habe ich die Theorie entwickelt, dass diese lässige Eleganz etwas mit der langen Musiziererfahrung der Musiker zu tun hat. Um dieser Theorie Nahrung zu geben, habe ich mir mal den Film angesehen.

Das Ergebnis. Ich scheine auf dem Holzweg zu sein.

Mick Jagger gibt den überdrehten Derwisch, der jeden Song kaputt powert. Es gab in dem Film wenige mir bekannte Titel, aber die mir bekannten fand ich ziemlich schlecht gesungen. Im Abspann des Filmes ist eine Studioversion eines mir unbekannten Stones Titel zu hören. Dort würde ich Mick Jagger ausgeprägte musikalische Sensibilität bestätigen, aber nicht in diesem Film. Aus Neugierde habe ich ein paar Rolling-Stones-Konzertvideos auf Youtube angesehen. Jagger singt nur noch für das Stadion, auch in diesem kleinen intimen Theater. Da dürfte auch der Grund für den künstlichen Eindruck liegen, den der FAZ-Kritiker beklagt.

Ron Wood scheint ein musikalisches Arbeitstier zu sein. Er wirkt eher unauffällig. Ich hätte entspanntere Bewegungsabläufe erwartet. Von Charlie Watts bekommt man so gut wie nichts zu sehen.

Aber Keith Richards hat genau das, was meiner These entspricht. Er ist nur auf die Musik konzentriert, macht keine künstlichen großen Gesten und alles ist genau ohne großen Aufwand auf den Punkt gebracht. Die Rockposen, die bei anderen wie aufgesetzte Showgesten wirken, sind bei Keith Richards natürliche aus der Musik geformte Haltungen. In einem Interviewabschnitt sagt Richards, auf der Bühne würde er nur fühlen. Und das sieht und hört man.

Alleine wegen Keith Richards hat es sich für mich gelohnt in diesen Film zu gehen. Ob andere es genauso wahrnehmen wie ich, weiß ich nicht.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 5. April 2008 um 19:46 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Eingeschoben abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .