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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Musik-Sprache – Der hinkende Vergleich – 2

Aber dieser Sprachvergleich hat auch noch eine Irritation, die mich fragen lassen, darf man diese Dinge so einfach übertragen, bzw. vielleicht geben diese Diskrepanzen einen Hinweis darauf, warum eine auditive Vorstellung beim Notenlesen so schwer antrainierbar ist.

Zu einem, es geht um die Wörter. Wörter sind in einem normalen Text durch die Leerzeichen zwischen den Wörtern einfach visuell zu erkennen. Die Sinneinheiten im musikalischen Text nicht.

Wörter haben auch andere hilfreiche Grenzen. Mit dem Wort und Klang „Apfel“ verbindet sich ein fasslicher und abgegrenzter Gegenstand, mit dem und über den man wunderbar nachdenken kann. Man kann mit den nur rein phonetisch abgespeicherten Worten nachdenken und neue Gedanken schaffen. Das dürfte die Merkbarkeit unterstützen.

Jetzt ist die Frage, was setzt man in der Musik den Worten gleich. Ich persönlich bin der Meinung, Motive sind die richtige Entsprechung. Andere sind der Meinung typisches musikalisches Material, wie Dreiklang, Tonleiter etc.

Aber die Grenzen dieser Sinneinheiten müssen dem Kind von einem anderen Menschen im Notentext und Musik vermittelt werden.

Beim Hören dürfte sich auch eine andere Grenzziehung zwischen Wörtern und Musik bestehen. Bei der Musik sind es rein musikalische Aspekte, durch welche Grenzen entstehen. Bei Sprache wird früher oder später klar, mit diesem Lautgebilde verbindet sich einen Gegenstand, eine Handlung.

Es wäre interessant zu wissen, ob man das Erkennen von Wörtergrenzen lernen kann, ohne dass es einen Sinn für akustische Marker gibt wie bei der Musik.

Es gibt noch einen anderen Unterschied zwischen Wörtern und musikalischen Einheiten. Nehmen wir den Dreiklang. Er erscheint in verschiedenen rhythmischen Gewändern. Worte werden bei weiten nicht so unterschiedlich rhythmisiert, bzw. es ist ihnen ein feststehender Rhythmus zu eigen.

Geht man von meiner Auffassung aus, dass die Wörter die Motive in der Musik sind, stellt sich ein anderes Problem.

Bei Sprache ist es egal, wie häufig das Wort Brot verwendet wird. Das Wesen von Musik ist das Erfinden von Neuem. Das bedeutet, dass die Wiederholung eines Motives des Stückes A eher selten vorkommt. Das bedeutet, ein Motiv kann gar nicht so häufig auftauchen wie ein Wort. Was aber auch bedeutet, ein bestimmtes Motiv kann mit nur einem Lied oder wenigen Liedern geübt und eingeprägt werden. Ein Wort kann in einer Unmenge von Situationen und Sätzen verwendet werden.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 14. Oktober 2011 um 08:55 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gehör, Gitarrenunterricht, Lernen abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .