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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Musik-Sprache – Der hinkende Vergleich – 1

In dem Kapitel VIII „Musical Literacy“ von Janet Mills und Gary E. Mc Pherson des Buchs „ The child as a musician“ wird thematisiert, wie und warum das Erlernen von Notenschrift stattfindet oder stattfinden soll.

Ich habe dieses Kapitel mit hohem Interesse gelesen, weil ich mir Antworten auf meine Fragen erwartete, wie man einer hörenderen Unterricht gestalten könnte, bzw. ob dies überhaupt sinnvoll ist.

Diese Autoren gehen auch wieder von der Diskrepanz Schreiben lernen und Noten lernen aus. Deswegen problematisiert er den herkömmlichen Weg der Notenvermittlung, weil diese die Gefahr birgt, Knöpfchendrücker ohne auditive Vorstellung zu produzieren.

Während ich diese Argumentation nachvollzog, wurden mir aber weitere Einwände gegen diese Argumentation bewusst.

Die Autoren verweisen darauf, dass die Schreibe- und Leselernforschung herausgefunden habe, dass das Sprechenlernen, dem Lesen- und Schreibenlernen vorgeschaltet ist. Dies wird als notwendig beschrieben. Leider führt der Autor nicht aus, warum die Schreibe- und Leselernforschung diese Ansicht vertritt.

Mich hat verwundert, dass z. B. beim Erlernen der ersten Fremdsprache nicht auf dieses Konzept zurückgegriffen wird.

Deswegen kamen mir kritische Fragen zu dieser Argumentation. Kann man überhaupt überprüfen, dass das Sprechenlernen dem Schreibenlernen vorgeschaltet sein muss und nicht gleichzeitig stattfinden kann. Dass ein gerade sprechenlernendes Kleinkind nicht Schreiben lernen kann, liegt wohl eher an seiner kognitiven und motorischen Ausstattung zu diesem Zeitpunkt.

Aber nehmen wir mal an, es gibt diesen Zusammenhang wirklich. Gilt dieser Zusammenhang nur bei der ersten Sprache oder auch bei dem Schreiben- und Lesenlernen von weiteren Sprachen. Wenn man sich den Fremdsprachenunterricht so ansieht, scheint diese Erkenntnis nicht allzu viele Vorteile zu bringen.

Wäre, wenn man bei der Analogie Musik und Sprache bleibt, Musik nicht dann eine Zweitsprache und die Vorsichtsmaßnahmen sind bei Weitem nicht so wichtig, wie man auf Grund der Einlassungen von den Autoren glauben möchte.

Der Autoren betonen, entscheidend ist, dass beim Schreiben- und Lesenlernen vorab genügen auditives Material gespeichert ist, sodass Gelesenes eine auditive Vorstellung hervorruft.

Da ist sicherlich etwas dran. Aber wenn man daran denkt, wie viel musikalisches Material einem Kind in seinem Kopf, was es singend reproduzieren kann verglichen zur Sprache zur Verfügung steht, dann stellt sich die Frage, ob man diesen vermutlich quantitativ enormen Unterschied durch Umstellung des Unterrichtes ausgleichen kann.

Vielleicht eine Verbesserung. Aber leider gibt es keine Untersuchungen dazu. Und das stört mich an dem Thema am meisten und auch an dem gelesenen Artikel, das Meiste ist Spekulation.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 7. Oktober 2011 um 08:49 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gehör, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .