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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Linker Daumendruck

Mir geht momentan ein Thema durch den Kopf, was auch ein wenig Schuld daran ist, dass ich in letzter Zeit hier eher spärlich schreibe.

Bei diesem Thema ist plötzlich die Frage aufgetaucht, was macht der linke Daumen eigentlich genauer?

Die beiden oberen Gelenke des Daumens sind Scharniergelenke und können sich nur mit einem Freiheitsgrad bewegt werden. Weniger gebildet nur vor und zurück.

Das tiefste Daumengelenk, das Daumensattelgelenk, hat zwei Freiheitsgrade und kann in alle Richtungen bewegt werden.

Die Frage lautete, in was für eine Richtung sollte das Daumensattelgelenk drücken.

Zu erst versuchte ich, wie mal im Physikunterricht gelernt, einen resultierenden Kraftvektor zu konstruieren. Dabei stieß ich auf einige Schwierigkeiten.

Die Kraftvektoren von linken Daumen und greifendem Finger haben keinen gemeinsamen Ansatzpunkt. Damit könnte man noch leben, wenn nicht die Gefahr bestünde, dass sich die Wirklinien der beiden Vektoren außerhalb des Gitarrenhalses schneiden.

Und wie spielt das Armgewicht des rechten Armes, der auf der Zarge liegt in diese Kraftverhältnisse mit rein.

Das war mir zu komplex.

Also verlegte ich mich auf das Experimentieren. Ich bin immer noch nicht schlüssig, in was für eine Richtung das Daumensattelgelenk drücken sollte. Aber mir ist eine interessante Sache aufgefallen.

Der Daumen liegt zwischen Vorder- und Außenseite auf dem Hals. Drückt das Daumensattelgelenk in Richtung der Daumenvorderseite, dreht sich der Daumen ab einem gewissen Krafteinsatz auf seine Vorderseite. Dadurch wird der Unterarm mitgedreht, das Zeigefingergrundglied nähert sich der Griffbrettkante und das Grundgelenk des 4. Fingers entfernt sich von der Griffbrettkante.

Dabei nimmt die Hand eine Haltung ein, die viele Schüler gerne einnehmen.

Drückt das Daumensattelgelenk zur Außenseite des Daumens, dann tritt zwar auch ein Verdreheffekt in Hand und Unterarm ein. Dieser ist bedeutend kleiner als bei der anderen Druckrichtung. Aber es tritt ein schöner Nebeneffekt ein, die Finger 2,3,4 werden gegen das Griffbrett gedrückt.

Grundsätzlich konnte ich feststellen, dass man mit der Druckrichtung des Daumensattelgelenkes eine Art Drehmoment in die Hand bringen kann. Man kann die Hand auch verformen.

Tendenziell würde ich sagen, es ist besser, dass das Daumensattelgelenk nach außen drückt.

Warum eiere ich mit meiner Formulierung so herum. Vom Körpergefühl her drücke ich meinen Daumen senkrecht gegen den Hals, aber kann nicht spüren, wer da wie drückt. Daumengrund und –mittelgelenk drücken eigentlich mit 45 Grad gegen den Hals. Aber je nachdem wie viel Kraft sie in das System einbringen, dementsprechend muss die Richtung des Daumensattelgelenkes ausfallen.

Drücken die zwei oberen Gelenke nur wenig, dann muss das Daumensattelgelenk nahezu senkrecht auf den Hals drücken. Bringen die zwei Gelenke viel Kraft in das System, dann muss das Daumensattelgelenk zu seiner Außenseite drücken.

 

 

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 31. Juli 2015 um 08:58 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrentechnik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .