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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Peter Bursch und die Tabulatur – Teil 2

(Hier ist Teil 1 zu lesen)

Und jetzt kommt die spannende Frage, wer kommt der aufgeschriebenen Musik am nächsten, wenn man sie mit einer Tabulatur oder Noten entschlüsselt?

Oben schrieb ich, Noten verraten einem, wie lange ein Ton klingt und die Stimmführung. Aber dies ist ein wichtiger Faktor in der Musik. Das bedeutet, der Noten verwendet, wird eher die gemeinte Musik spielen.

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder Autodidakten. Manche spielen klassische Stücke nach Tabulatur, manche nach Noten. Bei den Notenspielern gibt es weniger an den Fingersätzen zu kritisieren.

Wenn ich dann einem Tabulaturspieler sage, Du musst den Finger hier liegen lassen und kannst ihn nicht für diesen Ton verwenden, weil er noch wegen des vorigen Tones weiter benutzt wird, dann fragt mich der Tabulaturspieler, woher weiß Du das? Dann zeige ich ihm die Noten.

Dann kommt meist die Frage, wie erkenne ich das in der Tabulatur? Die Antwort: „Es ist nicht möglich!“

Sobald sich jemand ernsthaft dafür interessiert, die Töne exakt lang liegen zu lassen, bekommt er mit Tabulatur Schwierigkeiten. Er muss herausfinden, wie lange die Noten sind und sich das merken.

Also der Tabulaturspieler muss wie der Notenspieler eine Interpretationsarbeit leisten und sich das Ergebnis einprägen.

Man kann erst einmal feststellen, dass beide Notationen Informationen unter den Tisch fallen lassen. Diese müssen via Interpretation rekonstruiert und eingeprägt werden.

Also könnte man versuchen beide Notationssysteme so zu erweitern, dass die fehlenden Informationen mit notiert werden können.

Bei der Tabulatur fehlen die Länge der Töne und mit was für Finger gegriffen wird.

Bei den Noten fehlen die Plätze der Töne auf dem Griffbrett und mit was für einem Finger greife ich den Ton.

Bei den Noten gibt es aber ein System, wie man das notieren kann.

Peter Bursch sagt in dem Interview, Noten würden unübersichtlich, wenn man an die Noten schreiben würde, wo man greifen würde. Die Behauptung stimmt nur teilweise.

Also werden die Noten dadurch unübersichtlich wie Peter Bursch behauptet?

Wenn man es für jeden Ton notiert, dann wird es unübersichtlich, weil man pro Ton dann zwei oder drei Zeichen braucht. Bloß das muss man nicht. Denn indem man sagt, wie ein Ton gegriffen wird, ist automatisch klar, wie mehrere Töne im Umfeld des Tones gegriffen werden müssen.

Das ist aber bei Tabulatur nicht anders.

Wie man dann die Tonlängen bei Tabulaturen darstellt, ist die Frage?

Aber es gibt noch eine weitere wichtige Frage, die Noten besser beantworten. Nämlich gehört der Ton zur Oberstimme, zu den Mittelstimmen oder zur Unterstimme.

Es sieht so aus, als würde die Tabulatur dann ziemlich unübersichtlich, wenn man all diese Informationen verdeutlichen möchte. Aber vielleicht erfindet jemand eines Tages ein System, was erstaunlich einfach ist.

Aber mit Noten und dem System Fingersatz kann man momentan besser und zuverlässiger als mit Tabulatur übermitteln, was man als Komponist gemeint hat.

Aus diesem Grund hat man Lauten-, Vihuelen und Barockgitarrenmusik in Noten übertragen, weil es letztendlich unter musikalischen Gesichtspunkten klarer und verständlicher ist. Das bedeutet aber auch, es ist klarer, was man mit den Fingern machen muss.

(Teil 3 kann man ab dem 27.11.2015 hier lesen)

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 20. November 2015 um 08:24 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .