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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

„Acoustic Pop Guitar (Band 1)“ – Michael Langer (Notenbesprechung)

Michael Langer ist eine interessante Gitarristenpersönlichkeit. Er hat klassische Gitarre studiert und ist zu gleich ein bedeutender Fingerstylegitarrist. Deswegen habe ich mir mal den Notenband „Acoustic Pop Guitar – Band 1” besorgt und durchgearbeitet.

Ziel des Buches ist, in die Grundlagen der Popbegleitung auf der akustischen Gitarre einzuführen.

Dabei werden folgende Titel verwendet:

  • Deep Blue Something: Breakfast At Tiffany’s
  • Eric Clapton: Wonderful Tonight
  • Bob Dylan: Knockin‘ On Heaven’s Door
  • Four Non Blonds: What’s Up
  • Ronan Keating: If Tomorrow Never Comes
  • Ben E. King: Stand By Me
  • Cyndi Lauper: Time After Time
  • Luna: Hijo de la Luna
  • Sixpence Non The Richer: Kiss Me
  • Bob Marley: No Woman, No Cry
  • Alanis Morissette: Ironic
  • Sting: Fields Of Gold
  • Johnny Nash: I Can See Clearly Now
  • Wet Wet Wet: Love Is All Around
  • Nena: 99 Luftballons
  • Joane Osborne: One Of Us
  • Uriah Heep: Lady In Black
  • The Beatles: Get Back

Wobei ich feststellen muss, dass ich in den 17 Jahren meines Lehrerdaseins nur auf vier Titel dieser Liste angesprochen wurde. Aber sie ist nicht so altbackend, wie ich es aus anderen Büchern kenne.

Die Titelauswahl sollte man sich aber auch nicht zur Entscheidungsgrundlage machen, sondern das mögliche Lernergebnis.

Das Problem solcher Bücher ist immer, dass diese nicht für alle Zielgruppen geeignet sind.

Wer die Antwort sucht, wie der Gitarrenlick in Takt 10 in einem der verwendeten Titel ist, wird auch hier seine Fragen nicht beantwortet finden und sollte Abstand von diesem Buch nehmen.

Das Buch ist eher für diejenigen interessant, die wissen wollen, wie man die genannten Titel gut klingend begleiten könnte. Dieses Buch ist geeignet für gitarristische Laien, die lernen wollen Lieder popig zu begleiten. Nach Durcharbeiten dieses Buches wird man vermutlich auch andere Titel begleiten können.

In meinem Unterricht wird immer wieder von Anfängern in diesem Bereich die Frage gestellt, woher weiß ich, was für ein Schlag- oder Zerlegungsmuster ich bei so einem „Leadsheet” verwenden muss. Diese Frage stellen sich anfänglich vermutlich auch die zahllosen Autodidakten auf diesem Gebiet.

Meine Antwort, wenn man genügend gespielt hat, hat man genügend Wissen, um diese Frage zu beantworten. Dieses Buch kann dazu eine gute Hilfe sein. Man wird nach Durcharbeiten des Buches nicht mehr so hilflos vor dieser Frage stehen und eine Idee davon haben, wie so etwas funktioniert.

Ein weiteres positives Merkmal des Bandes ist, dass die Schlag- bzw. Zerlegungsmuster im Schwierigkeitsgrad progressiv ansteigen.

Ich glaube das größte Kompliment, was ich diesem Buch machen kann, ist, dass ich es im Unterricht verwenden will. Es ist das erste Buch aus dieser Sparte, das dieses Kompliment bekommt.

Aber weil ich mich mit diesem Buch für den Unterrichtseinsatz genauer beschäftigt habe, möchte ich doch auf ein paar Nachteile des Buches hinweisen.

Zuerst die Probleme für die Leute, die alleine damit arbeiten wollen.

Die rhythmischen und musikalischen Basiskenntnisse, um mit diesem Buch arbeiten zu können, muss man sich aus anderen Quellen besorgen.

Die Stücke, einige der Schlagmuster und Zerlegungsmuster sind zwar aufgenommen, aber nicht unbedingt so, dass man damit arbeiten könnte.

Leider sind die einzelnen Stücke nicht in verschiedenen Tempi aufgenommen. Dieses Problem ist aber durch Software behebbar.

Weiter kann man durch den Balanceregler nicht die einzelnen Gitarrenstimmen (Ganz links bzw. ganz rechts) herausfiltern.

Was kann man als klassischer Gitarrenlehrer mit diesem Buch anfangen?

Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass bei jedem Stück nur die Melodie in Noten ausnotiert ist.

Persönlich stelle ich mir am schönsten vor, dieses Buch in einer Zweier- bzw. Dreiergruppe zu erarbeiten. Quasi ein kammermusikalisches Projekt.

Jeder der Schüler muss all drei Parts können. Schlag-, Zerlegungsmuster und Melodie. Diese werden dann reihum abgewechselt.

Damit lassen sich viele Zerlegungsmuster – auch der Klassik -, die für klassische Schüler doch eher komplexe Poprhythmik ziemlich leicht erlernen.

Da ich solch ähnliches Material hie und da im Unterricht verwende, kann ich berichten, dass auf diese Art und Weise spontan ohne mein Zutun sich Schüler zusammengesetzt haben und sich selbstständig solche Stücke erarbeitet haben.

Manchen meiner klassischen Kollegen wird es als unpraktisch empfinden, dass es keine ausnotierten Stimmen bzw. Partituren gibt, was die Kommunikation im Unterricht etwas erschweren mag.

Aber meine Empfehlung lautet „Kauf”.

Band 2 werde ich in einem weiteren Artikel besprechen. Den muss ich mir noch genauer ansehen.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 8. Juni 2007 um 08:56 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Liedbegleitung, Notenbesprechung abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .