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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Acoustic Pop Guitar (Band 2) – Michael Langer (Notenbesprechung)

In Acoustic Pop Guitar (Band 2) von Michael Langer werden folgende Titel verwendet:

  • Jimi Hendrix: Hey Joe
  • The Beatles: Let It Be
  • The Rolling Stones: Angie
  • Joni Mitchell: Both Sides Now
  • The Eagles: Hotel California
  • Gordon Lightfoot: If You Could Read My Mind
  • The Corrs: What Can I Do
  • Crosby, Stills, Nash & Young: Teach Your Children
  • Bobby McFerrin: Don’t Worry Be Happy
  • U2: I Still Haven’t Found What I’m Looking For
  • Extreme: More Than Words
  • Joe South: Games People Play
  • Eric Clapton: Nobody Knows You When You’re Down And Out
  • Tracy Chapman: Talkin‘ ‚Bout A Revolution
  • The Beatles: Can’t Buy Me Love
  • The Police: Every Breath You Take
  • Roberta Flack: Killing Me Softly
  • Marc Cohn: Walking In Memphis

Bei diesem Band versucht Michael Langer sich an manche Titel im Orginal anzunähern, teilweise bastelt er ein neues Arrangment. Ich bin mit den Ergebnissen nicht ganz glücklich.

Ich habe in dem Artikel zum ersten Band geschrieben, dass zwar die Arrangments keine „Eins-zu-Eins-Übertragungen“ sind, aber in sich schlüssig sind. Die CD des ersten Band höre ich mir gerne an.

Michael Langer verwendet im zweiten Band bei den Arrangments einen Backgroundchor. Ohne den würde manches Arrangment nicht funktionieren, damit auch nicht für den Spieler zu Hause.

Dass Langer bei einigen Übertragungen bei weitem nicht die Kraft des Orginals erreicht oder nicht anders ersetzen kann, wird vermutlich einige sehr enttäuschen. Obwohl ich mal von Hendrix „The wind cries Mary“ für die klassische Gitarre misshandelt – pardon – arrangiert habe, finde ich, sollte eine Version von „Hey Joe“ wirklich sehr gut sein, wenn man mit dieser an die Öffentlichkeit tritt.

Ich habe auch des öfteren versucht U2 – eine Band, die ich in meiner Jugend ziemlich gern gehört habe – für klassische Gitarre zu übertragen, aber diesen spezifischen Edgesound kann man nicht kopieren und eine Ersatzmöglichkeit kenne ich nicht. Was Michael Langer gemacht hat, hat mich auch nicht überzeugt, sondern eher meine Überzeugung bestärkt, die Finger von U2 zu lassen. Eine Ausnahme „Sunday, Bloody Sunday“. Damit kann man wunderbar die pimi-Zerlegung einführen.

Das Klavierproblem von „Let It Be“ ist ziemlich gut gelöst.

Langer Rede kurzer Sinn, musikalisch ist alles in Ordnung, aber auf Grund der Erwartungshaltung, die ich von meinen Schülern und aus meiner Jugend in diesen Frage kenne, erwarte ich so manche Enttäuschung bei den Käufern. Aber als Basis zum Lernen sind die Sachen brauchbar.

Michael Langer erklärt in diesem Band einige Spieltechniken für die rechte und linke Hand. Diese Techniken bedürfen mehr Üben, Geschicklichkeit und gitarristisches KnowHow als die Techniken des ersten Bandes. Das alleinige Durcharbeiten des ersten Bandes reicht für nur sehr wenige aus, um aus dem zweiten Band Gewinn zu ziehen. Je nach Kenntnisstand ist alles von einfach „Nur-Üben“ bis Scheitern drin.

Das weniger gravierende Problem ist weniger, dass bei manchen Techniken die Erklärungen nicht so gut ist, sondern es gibt einfach zu wenig Spielmaterial für die einzelnen Techniken. Deswegen muss man diese Techniken eigenständig vertiefen, indem man sich selbst Stücke besorgt. Dazu gehört aber ein gewisses KnowHow und ein gewisser Überblick. So mancher dürfte damit überfordert sein.

In der Besprechung des ersten Bandes schrieb ich, ich wolle diesen in meinem Unterricht verwenden. Dies werde ich mit dem zweiten Band nicht oder nur sehr selten tun. Die dort verwendeten Techniken sind im Sinne der Technik der Konzertgitarre nicht verwendbar.

Als klassischer Gitarrenlehrer sollte man diesen Band nicht unbedingt kaufen, um die Popgelüste seiner Schüler zu befriedigen. Das halte ich nur für sinnvoll, wenn man genügend Überblick über dieses Gebiet hat, um dem Schüler weitere Stücke an die Hand zu geben, um die angesprochenen Techniken zu vertiefen und zu festigen. Für ein kurzes Intermezzo sind die vorgestellten Techniken dann doch teilweise etwas zu komplex.

Dieses Buch erhält nur eine bedingte Kaufempfehlung. Nur für erfahrene Gitarristen, die Lernmaterial brauchen und auf die Kraft der Orginale verzichten können.

Als ich gerade den Amazonlink rausgesucht habe, stellte ich fest, dass die Wirklichkeit anscheinend mit meiner Einshätzung übereinstimmt. Band 1 hat nur lobende Rezensionen, Band 2 hat noch keine Rezension.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 29. Juni 2007 um 08:39 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Notenbesprechung abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .