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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Rhythmische Erlebnisse – Teil 3

Die vorherigen Erfahrungen und diese Methode verbanden sich zu einer neuen Idee.

Stelle dir einen Puls vor und empfinde diesen. Dann stelle dir den Abschnitt vor, dann spiele ihn, ohne das Empfinden des Pulses zu verlieren.

Ich habe den Verlauf der Entwicklung des Spielens bei Schülern und mir aufgenommen und angehört. Schüler und ich kamen zu dem Ergebnis, dass das Spiel geschmeidiger und weniger grobschlächtig werde.

Aus diesen Beobachtungen machte ich weitere Experimente. Ich schaltete nicht ein normales Metronom im Unterricht ein, sondern bastelte mit Durmsounds rum. Wenn der Schüler nicht zum Metronom spielte, griff ich nicht ein, sondern wartete, was passieren würde.

Bei vielen synchronisierte sich das Spiel zum Metronom. Aber bei manchen Schülern, alle kurioserweise im Grundschulalter, passierte etwas, was irrwitzig klingen mag. Sie spielten konsequent auf dem Offbeat. Also auf Zeiten, auf die das Metronom gar kein Signal gab. Als gezielte Aufgabe für kindliche Anfänger wäre das unmöglich.

Letztendlich führte das zu einem weiteren Experiment. Man spricht regelmäßig Silben zu einem sehr langsamen Beat. 10 bis 15 Schläge pro Minute. Auch hier Synchronisationseffekte. Das Sprechen reguliert sich auf den Beat ein. Aber nicht immer. Es scheint fast wie Resonanzfrequenz zu funktionieren.

Diese Erfahrung regte mich an, mit einem Schüler, der mit dem Thema Rhythmus ein eher sehr angespanntes Verhältnis hat, etwas anders in das Thema, wie bekomme ich die Sechzehntel auf einen vorgegebenen Schlag, ohne in Panik zu geraten, einzusteigen.

1.       Den Schlag hören und beobachten, ob und wo man diesen im Körper empfindet?

2.       Beobachten, ob es eine wiederkehrende körperliche Bewegung zwischen diesen empfundenen Impulsen gibt?

3.       Jetzt die Silbe „cha“ als Viertel sprechen und beobachten, ob es sich mit dem Metronom synchronisiert und auf das Spüren der Pulse und der Bewegung achten.

4.       Wenn es sich synchronisiert hat die Silben „cha-ti“ sprechen und auf das körperliche empfinden achten.

5.       Dann steigt man auf die Silben „cha-ka-ti“ um.

6.       Dann auf die Silben „Cha-ka-ti-ki“.

Letztendlich dauert das zwar seine Zeit. Aber der Schüler war dann sicher und stabil in seinen Sechzehntel. Wir haben das mehrmals gemacht und das Ganze funktionierte immer schneller.

Letztendlich haben wir aber doch eine komplette Unterrichtsstunde verbraucht. Für zwei Rhythmusmodelle mit Sechzehntel. Da habe ich dann doch mal lieber nachgefragt, ob der Schüler diese Stunde als Zeitvergeudung ansehen würde. Der Schüler verneinte das, er hätte sehr viel gelernt. Insbesondere der mentale Stress wäre deutlich zurückgegangen.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 11. Mai 2012 um 08:17 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gehör, Gitarrenunterricht, Lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .