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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Rhythmische Erlebnisse – Teil 1

Jetzt kommt ein Bericht zu einer Sache, von der ich noch nicht weiß, was soll ich daraus machen. Nachdem ich so schlechte Erfahrungen mit dem TaKeTiNa – Explorer gemacht habe, habe ich mir sechs Jahre später das Buch doch gekauft, nachdem die Demoversion der beigefügten Software bei mir klaglos gelaufen ist.

Um die Dinge nachzuvollziehen, die ich hier beschreibe, braucht man nicht den TaKeTiNA-Explorer, sondern ein Drumcomputer bzw. -software mit guten Drumsamples. Mit den normalen Scheckkartenmetronomen gehen die zu berichtenden Effekte teilweise nicht oder ziemlich schlecht.

Ausgangspunkt meiner rhythmischen Experimente, war die Erfahrung, als ich ein Metronom mit realen Drumsamples zusammenbaute bzw. den TaKeTiNa – Explorer auf diese Art als Metronom zweckentfremdete, dass nach einiger Zeit des damit Gitarrespielens sich meine Bewegungen veränderten.

Die Fingerbewegungen wurden zeitlich präziser. Was ist darunter zu verstehen? Es gibt eine Zeitspanne zwischen den ersten Muskelreaktionen, um die Bewegung auszuführen und dem Ende der Bewegung. Ich hatte den Eindruck, diese wurde kürzer. Weiter stellte ich fest, dass das Zusammenfallen von Bewegung und Schlagzeugklang zunahm, bzw. das Gefühl eines Automatismus.

Mich beschlich der Verdacht, dass diese Trommel- und Percussionsklänge etwas Zwingendes haben und den Bewegungsrhythmus klären. Um diese Theorie zu überprüfen, baute ich mir aus diesen Sounds ein Metronom mit fortlaufenden Sechzehnteln, das aber auch das Vierviertelmetrum deutlich hörbar machte. Dies stellte ich auf 100 Schläge pro Minute ein.

Bisher habe ich immer versucht, dass ich eine Sechzehntelgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt zu solch einer Piepmetronomunterlage zu spielen. Ich würde sagen es gelingt mir nur sehr selten. Diesmal spielte ich einfach eine Fünfergruppe ohne ein Ziel. Also, ob es Sechzehntel werden und ob diese auf eine bestimmte Zeit kommen. Sondern ich war nur neugierig darauf, was passieren würde.

Und es passierte etwas. Zu einem meine Finger liefen nach einigen chaotischen Versuchen in Sechzehntel mit. Und es kristallisierte sich heraus, dass ich immer zu gleichen Zeitpunkt im Takt einsetzte.

Bei verschiedenen Durchläufen bildeten sich aber auch andere Zeitpunkte heraus, die aber in den jeweiligen Durchläufen konstant blieben..

Also experimentierte ich weiter. Ich spielte die linke Hand und rechte Hand eines Laufes alleine. Bzw. zu erst nur kurze Fragmente. Dort auch die gleiche Beobachtung. Erst chaotisch, dann das Herausbilden eines verlässlichen Ablaufes, ohne dass ich mich darum bemühen musste. Ich beobachtete nur, ob so etwas geschehen würde.

Dann setzte ich die zwei Hände nach dem gleichen Prinzip zusammen. Und siehe da, ich erhielt einen klaren und lockeren Lauf.

Ich machte dieses Experiment auch mit einem erwachsenen Schüler, der immer darüber klagt, dass er nicht sicher schnell spielen könnte. Er war ziemlich verblüfft, was ihm plötzlich möglich war. Ich auch.

Dieser Schüler und ich machten beide eine ähnliche Erfahrung. Eigentlich ist es sehr schwer möglich, bei hohen Tempi auf bestimmte Dinge zu achten. In diesen Endlosschleifen war z.B. plötzlich möglich darauf zu achten, wie die der Kontaktpunkt der Fingerkuppe beim zweiten Sechzehntel der Fingerkuppe ausfällt.

Weiter stellten wir fest, dass sich nicht so gut laufende Dinge zum Guten hin einpegelten, wenn wir eine Vorstellung vom Guten hatten. Wichtig war dabei, wir wollten das Gute nicht erzwingen, sondern beobachteten interessiert, ob das Gute eintreten würde und sich stabilisieren würde.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 27. April 2012 um 08:11 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gehör, Gitarrenunterricht, Lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .