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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Die Z-Achse des linken Daumens

Ich bin auf Youtube auf ein Video gestoßen, in dem Jemand versucht zu erklären, warum Stahlsaitengitarristen glauben, dass Konzertgitarren für ihre linken Hände nicht geeignet sind. Die Grundthese war, Stahlsaitengitarristen würden versuchen den breiteren Hals einer Konzertgitarre genauso zu umgreifen wie einen Stahlsaitenhals. Konsequenz der Daumen greift zu weit oben und damit ist die Beweglichkeit und damit hauptsächlich die Dehnung stark beeinträchtigt. Wenn der Daumen weiter nach unten wandern würde, wären all diese Probleme gelöst.

Während dieser Youtuber den Sachverhalt demonstrierte, fiel mir eine Sache auf, deren Darstellung jetzt schrecklich mathematisch wird. Also auf geht es.

Man kann die lange untere Griffbrettseite als x-Koordinatenachse betrachten, den Steg als y-Koordinatenachse. Alle Daumenpositionserklärungen gehen stillschweigend davon aus, dass die Daumenachse parallel zur Griffbrettebene ausgerichtet ist. Man kann den Daumen diesen Erklärungsmodellen zufolge als Vektor in einem zweidimensionalen Koordinatensystem betrachtet. (x1x2, y1y2) Die Koordinaten mit dem Index1 stehen für die Daumenspitze, die Koordinaten mit dem Index2 stehen für das Daumengrundgelenk.

Jetzt kann man aber im Geiste eine senkrechte Achse zum Steg und zur langen unteren Griffbrettkante bilden. Diese Achse wäre die Z-Achse und damit haben wir ein dreidimensionales Koordinatensystem. Damit können wir auch unseren Daumen als dreidimensionalen Vektor betrachten. Also: (x1x2,y1y2,z1z2).

Die mir bekannten Daumenerklärungsmodelle sagen meistens nicht über die z-Koordinaten des Daumens aus. So richtig bewusst wurde mir das bei dem Video. Als der Youtuber seinen Daumen verschob, veränderte sich auch gewaltig die Differenz zwischen den Werten von z1 und z2. Soll heißen am Anfang stand der Daumen mit eher 45 Grad zum Griffbrett. Nach der Verschiebung stand der Daumen parallel zum Griffbrett.

Daraufhin probierte ich aus, wie verändert sich die Beweglichkeit der Finger, wenn ich diesen „z-Anteil“ des Daumens verändere. Es hat teilweise starke Folgen für die Beweglichkeit und Dehnbarkeit.

Diese Tatsache ist mir nicht neu. Aber mir ist dadurch aufgefallen, wie wenig über diesen Faktor gesprochen wird.

Langer Rede kurzer Sinn, wenn es mal wieder vorne auf dem Griffbrett schwer wird, auch mal ausprobieren, was der Winkel des Daumens zum Hals ausmacht.

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 29. Mai 2014 um 08:14 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .