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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Der Ärger mit der Popmusik – Teil 1

Nachdem mich eine Schülerin nach Arrangements für Popmusik gefragt hat und mir ein paar Titel vorgeschlagen hat, habe ich ein paar Sachen angefangen zu arrangieren. Dabei sind mir Sachen aufgefallen, die ich berichten will.

Was ist noch mal die Melodie?

Durch das Internet gibt es genügend Material, was ich in mein Notensatzprogramm importieren kann. Doch habe ich mir sehr viele Sachen runtergehört. Einerseits weil in den Vorlagen je nach Qualität mehr oder weniger Fehler enthalten sind. Auffallend sind auch die rhythmischen Varianten der Vorlagen.

Doch beim Runterhören wurde mir klar, woher die rhythmischen Varianten kommen könnten.

Mit Text ist der Rhythmus ein anderer als ohne Text. Es gibt ja das Buch „Der weiße Neger Wumbaba“. Es geht darum, wie Songtexte verstanden werden, wenn man den Text nicht kennt. Aber ich stelle auch ganz falsche Vermutungen bei englischen Texten an, was in diesem Lautstrom eine Silbe ist.  Ab und zu kann ich, obwohl der Text vor mir liegt, im Gesungenen nicht erkennen.

Dieser Irrtum wird aber auch unterstützt wie diese Silben unter Umständen geformt werden. Bei dem Lied „Purple Rain“ von Prince taucht das Wort „Rain“ auf einer Tonhöhe auf.

Es wird andeutungsweise wie rrrrrrrrrrra-íin artikuliert. Höre ich sehr schlampig hin, komme ich auf die Idee drei Töne zu notieren. Für das gedehnte „rrr“ einen Ton für das „a“ und „in“. Diese drei Laute fließen beim Gesang sehr weich ineinander. Ergeben aber jeweils einen Impuls, den man als rhythmischen Impuls betrachten könnte. Spiele ich aber jetzt drei Töne auf der Gitarre sind das drei klar definierte Anschläge. Das hört sich falsch an. Jede andere Lösung löst ein mehr oder weniger großes Unbehagen aus.

Oder bei Coldplay Fix-You fließen die s-Laute bei den Worten tears stream so zusammen, dass keine klare Silbengrenze für mich erkennbar ist.

Kennt der Schüler das Stück?

Ich lass mir ja von den Schülern Wunschlisten geben. Adele „Someone like you“ taucht da in letzter Zeit des öfteren auf. „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus bisher noch nicht. „Miles Cyrus sei eine extrem peinliche Frau“, so der O-Ton einer Schülerin. Auf ihrer Liste stand Adele. „Wrecking Ball“ konnte sie einwandfrei singen, sogar den Sextsprung. Aber bei Adele – also beim Wunschtitel- versagte sie kläglich.

Auch wenn ich von Wunschtitel nur die Melodie vorspiele, haben die meisten Leute ein Wiedererkennungsproblem. Es handelt sich aber um eine bestimmte Art von Melodie.

Ich nenne Beispiele:

Oasis – Wonderwall
Dylan – Knocking on heavens Door

Kennzeichen dieser Melodien es sind raffiniert rhythmisierte Umspielungen einer Tonhöhe die wenig Wiedererkennungswert haben und nicht sonderlich sanglich sind.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 19. September 2014 um 08:22 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Eingeschoben, Gitarrenunterricht, Krimskrams, Musiktheorie, Rhythmus, Übematerial abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .