Primarcy of the Ear (Ran Blake) – Ein Ideenkatalysator 1

Ich habe mir das Buch Primarcy of the Ear gekauft. Es war die Fehlannahme, dass es eine CD gäbe, mit Stücken um im Sinne von Ran Blake seine Ohren zu trainieren.

Die gibt es nicht. Aber das Buch war trotzdem ein guter Kauf. Bei Ran Blake müssen die Schüler sich die Stücke solange anhören, bis sie diese singen können, erst dann dürfen sie diese spielen.

Das war schon klar bevor ich das Buch kaufte. Aber es gab einen Begriff in dem Buch der in mir einen Strom von Gedanken und Ideen auslöste.

Aural long term memory.

Vermutlich am besten übersetzt mit: „Auditives Langzeitgedächnis.“

Als erstes fiel mir das Fach Gehörbildung ein. In diesem Fach soll das Gehör trainiert werden. Nachdem ich Ran Blakes Buch gelesen habe, fällt auf das in der Gehörbildung und in den Musikalitätstests es immer darum geht, wie schnell das Gehörte reproduziert werden kann.

Aber es geht nie darum, wie lange man sich das Gehörte merken kann. Die Musik studiert haben, können sich vielleicht erinnern. Es gab einen Teil der Studentschaft im Gehörbildungskurs, der die Sache immer wieder vorgespielt brauchte. Der andere Teil brauchte es nur  ein- oder zwei Mal hören und schrieb dann fröhlich vor sich hin.

Die erste Gruppe war auch die, die die Dinge gerne gesungen hätte. Was aber die andere Gruppe nervte. In meinem Studium gipfelte das in einer Gehörbildungsprüfung in der Situation, dass ein Student den anderen mit dem Satz: „Wenn Du es schon singen musst, dann aber bitte richtig.“ in heillose Verzweiflung stürzte.

Ich habe deswegen mal in meinen Kopf geschaut. Wenn ich versuche eine Phrase sofort nachzusingen/spielen oder aufzuschreiben, ist danach der Klang des Instrumentes nicht mehr im Kopf. Wenn ich versuche eine Minute zu warten und den Klang wach zu halten, dann ist der Klang des Instrumentes immer noch oder deutlicher im Kopf. Bei Intervallen oder Mehrklängen verhält sich das ähnlich.

Interessantes Forschungsprojekt, was für eine Trainingsform ermöglicht schneller Klänge zu identifizieren? Sofort den Klang zu singen, oder den Klang im Kopf zu halten und nach einer Minute zu singen?

Leider bin ich auf diese Idee einen Klang im Kopf zu halten nicht gekommen, als mir das Thema Gehörbildung begegnete. Jetzt stelle ich fest, nicht sofort Singen erhöht die Treffsicherheit der Stimme. Bzw. bei der Wiederholung des Klanges im Kopf entsteht teilweise der Klang der Stimme dazu.

Ob das jetzt ein Resultat meiner jahrelangen Erfahrung ist, oder ob das bei Ungeübten auch so funktioniert, kann ich nicht sagen.

Aber grundsätzlich halte ich es für eine gute Idee, zu trainieren Klänge und Melodien  für eine Zeit im Kopf zu behalten und erst dann zu singen.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 31. März 2017 um 08:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gitarrenunterricht, Musikalität abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

 

Eine Reaktion zu “Primarcy of the Ear (Ran Blake) – Ein Ideenkatalysator 1”

  1. Siggi Am 31. März 2017 um 12:53 Uhr

    Ich hab da vor über einem Jahr mal was zu gepostet. Der Effekt ist mir vor Ummpf Jahren schon introspektiv klar geworden. Man muss das in der Imagination trennen.

    http://www.siggibecker.de/musik/2016/04/20/singen-und-innere-klangvorstellung/

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