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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Wissen und Können

Das Bild mit der Mehrheit aus den beiden letzten Artikeln finde ich gut und deswegen musste ich so manchen Schüler damit in der ersten Woche nach den Herbstferien – ach nennen wir es ruhig so – agitieren.

Ich verwandte dabei die Frage von Torsten Eil: “Wenn fünf Versuche richtig sind und fünf falsch, wie wahrscheinlich ist es, dass der nächste Versuch richtig ist?“ Alle meinten in etwa 50:50. Nur eine Schülerin meinte, dann wird der Versuch ganz bestimmt richtig.

Ich wollte wissen, warum? Die Antwort war ganz interessant. „Wenn ich es fünf Mal richtig gemacht habe, weiß ich es ja. Dann muss ich es ja richtig machen.“

Diese Antwort machte mir bewusst, dass das auch andere Schüler glauben könnten. So manche Antwort lässt das im Scheine der vorhin erwähnten Antwort vermuten.

Im weiteren Gespräch musste ich, weil die Schülerin sehr davon überzeugt war, Wissen ist gleich Können, zu einem etwas rabiaten Beispiel greifen.

Du sollst operiert werden. Du darfst zwischen drei Ärzten wählen.

  • Arzt 1 weiß nur, wie die Operation funktioniert.
  • Bei Arzt 2 sind fünf Operationen geglückt, fünf missglückt.
  • Bei Arzt 3 sind alle 10 Operationen geglückt.

Der Schülerin war Arzt 3 deutlich am liebsten.

Bloß was fehlt, damit aus Wissen Können wird. Durch meine Diplomarbeit habe ich gelernt, dass es ein kognitives Lernen und ein motorisches Lernen gibt.

Nehmen wir als Beispiel den Ton c‘ greifen. Das kognitive Wissen ist, erster Finger auf dem ersten Bund der h-Saite. Das motorische Wissen, was für Muskel muss ich wie anspannen und lockern, dass der erste Finger da landet, wo er landen soll.

Der aufmerksame Leser stutzt vielleicht. Denn weiß man überhaupt, was man da für Muskeln betätigt. Eigentlich nein. Am Ergebnis erkennt man, ob die Muskeln richtig betätigt worden sind oder nicht.

Also die Muskelaktivierung ist versteckt in der Blackbox des Unterbewusstseins. Weiß aber wenigsten das Unterbewusstsein, was es für Muskeln aktivieren muss. Leider nein. Es findet ein Trial-and-Error-Prozess statt, bis klar ist, wie die Muskeln aktiviert werden müssen.

Damit wird klar, warum im Fall des Instrumentalspiels Wissen nicht gleich Können ist.

 

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 19. Oktober 2018 um 08:32 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .