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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

3-D-Befragungen der rechten Hand – Teil 4

Zwar habe ich letzte Woche gesagt, ich könne mein Modell weiterverwenden. Aber dann wollte ich doch wissen, wie sieht es bei einem Apoyando-Anschlag aus? Also ich habe als Erstes wieder meine Einzelschritte probiert.

Ich muss zugeben, es geht ziemlich knapp an der Saite bei der Rückholbewegung vorbei. Der nächste Schritt war, ich gestalte den zeitlichen Ablauf wie beim Tirando. Das Ergebnis war dann kein Apoyando mehr, sondern ein Tirando.

Also fing ich an, die Einstellungen so zu ändern, sodass wieder ein Apoyando zu sehen war.

Es blieb das Prinzip erhalten, dass sich das Mittelgelenk permanent hin und her bewegt, und das Grundgelenk beginnt seine Bewegung, während der Bewegungsphase des Mittelgelenks und schließt mit diesem die Bewegungsphase ab

Aber auffallend war, dass ich nicht nur den zeitlichen Verlauf verändern musste, sondern Änderungen des zeitlichen Verlaufs erforderten eine Änderung der Winkel, welche sich in den Gelenken veränderten.

Also Bewegungsgröße und zeitlicher Verlauf stehen in einer Wechselbeziehung und müssen abgestimmt werden.

Ist das nur beim Apyoando so? Nein, es ist beim Tirando ähnlich. Ich habe bei meinen Videos in den vorherigen Beiträgen tirandofreundliche Winkel des Fingers zur Saite gewählt. Ich habe dann das Modell so abgeändert, sodass der Finger mit der oberen Nachbarseite kollidiert.

Auch hier musste ich die Bewegungsgrößen und den zeitlichen Verlauf ändern. Aber das obengenannte Grundprinzip blieb erhalten.

Wer sich die Artikelreihe “Inverse und direkte Kinematik” durchgelesen hat, der wird feststellen, dass die Beschreibung der elementaren Bewegung der linken Hand, nämlich der Greifbewegung deutlich einfacher ist.

Die Bewegungsgröße der Gelenke ist eindeutig bestimmbar. Es braucht keine zeitliche Abstimmung der Bewegungen zueinander, sie erfolgen einfach gleichzeitig.

Was für Folgen haben die bisherigen Untersuchungen für mich?

Ich bemerke, dass sich die Aufmerksamkeit beim Beobachten der rechten Hand im Unterricht sich bei mir verlagert. Eigentlich lag bei mir der Fokus doch ziemlich stark auf dem End- und Mittelglied. Das Grundglied bekommt jetzt mehr Aufmerksamkeit.

Natürlich beobachte ich jetzt auch mein Anschlagsverhalten. Es passiert, was mir immer passiert, wenn mir geometrische Zusammenhänge klarer und deutlicher sind. Die Bewegungen werden leichtgängiger.

Insbesondere, weil ich die Gegenläufigkeit der Gelenke sehe und zulasse.

Letzten Freitag habe ich einen Schüler mit dieser Bewegungsvorstellung belästigt, denn er benutzte bei seinem ersten Tirandoversuch kaum das Grundgelenk, sondern zog die Hand weg. Es half, aber es stellte sich auch heraus, dass diese Bewegung kein Selbstläufer ist.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 13. Oktober 2023 um 08:09 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .