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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Warum so wenig Computer im Instrumentalunterricht?

Ich habe so eben mal in der aktuellen „Üben & Musizieren“ geblättert. Dort gibt es einen Artikel, in welchem der Autor, feststellt, dass zu seiner Verwunderung der PC so wenig Verwendung im Instrumentalunterricht findet, obwohl er im Schulmusikunterricht mittlerweile so häufig verwendet wird.

Was den Autor wundert, wundert mich überhaupt nicht. Ich bin jemand, der seinen Computer als geniales Übewerkzeug betrachtet und diese Vorteile eigentlich auch seinen Schülern gerne nahebringen würde.

Das erste Problem ist die Verfügbarkeit von Software und Hardware  im ausreichenden Maße.  Wenn diese Methode gängig sein sollte, käme eine Musikschule garantiert nicht mit ein oder zwei Arbeitsplätzen aus, sondern bräuchte merklich viel mehr Plätze. Da Musiksoftware gerade nicht billig ist, dürfte der einzelne Arbeitsplatz gerade auch kein Schnäppchen sein. Dazu braucht es noch Audiointerfaces, Mikros und Boxen.

Also von Seiten des Lehrers oder der Musikschule gerade kein unerheblicher Aufwand.

Aber jetzt kommt die andere Seite des Problems.  Damit man eigentlich effektiv mit dem PC arbeiten kann, müsste der Schüler zu Hause genauso weiterarbeiten. Und das scheitert an vielen Problemen.

Das erste Problem, der Computerarbeitsplatz ist nicht mit dem Übeplatz identisch und lässt sich auch meist schwer zusammenbringen.

Musiksoftware ist gerade nicht das, was ich als intuitiv nennen würde. Der Schüler muss in die Software eingearbeitet werde. Das dauert viel zu lange. Dann löst man mit einer Software nicht alle Probleme, sondern für verschieden Probleme ist verschiedene Software nötig.

Dann die Software ist teuer. Zum Beispiel schlägt der Autor des „Üben & Musizieren“ Artikel Melodyne als Software vor. Man möge Eltern klar machen, dass sie mal 200 Euro berappen sollen.

Dann fängt der ganze Ärger mit den Treibern an. Dann hat der eine Schüler schlimmstenfalls einen Apple oder ein anderes Betriebssystem und deswegen sieht das Programminterface anders aus als im Unterricht, was aber Schüler auch aus dem Konzept bringt.

Oder die MIDI-Ausgabe klingt ganz anders als im Unterricht und die eine Stimme ist beim Schüler kaum zu hören. obwohl sie im Unterricht auf dem Rechner des Lehrers sehr prägnant ist.

Versucht man das Kostenproblem durch Opensource oder Freeware zu lösen, dann sind die Programme meiner Erfahrung nach meist so umständlich zu bedienen, dass es den Schülern auch zu kompliziert wird.

Bzw. die PC-Spezialisten eines Haushaltes, meist die Väter, wollen diese Programme nicht installieren, weil sie Sorge haben, Viren geladen zu bekommen, oder ihr gut laufendes System abgeschossen zu bekommen.

Dabei bin ich noch gar nicht das Hardwareproblem angegangen. Wenn das Billigmikro brummt, dann aber noch einmal einen dreistelligen Betrag auszugeben, ist Eltern verständlicher Weise nicht zu vermitteln.

Der Aufwand der auf beiden Seiten betrieben werden müsste, ist zu hoch.  Und deswegen ist es so selten, dass mit diesem Medium gearbeitet wird.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 16. Oktober 2009 um 08:45 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .