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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Erklärungsprobleme (4) – So was weiß man doch …

Der Fachmann sieht nicht, was der Laie (nicht) sehen kann.

Ich wollte meine Bremse entlüften. Also suchte ich mir eine Anleitung. Dort stand völlig korrekt:“Nun öffnest du die Entlüftungsschraube.“ Prompt löste ich die falsche Schraube und das Hydrauliköl lief zu meiner großen Freude auf den Boden.

Was war das Problem? Es gibt an dieser Stelle zwei Schrauben, eine die man sofort sieht und die andere ist tief versenkt in einem Bohrloch. Man erkennt diese zweite Schraube auch auf den hundersten Blick nicht. Erst in der Anleitung des Bremsenherstellers fand ich den entscheidenden Hinweis.

Ich weiß nicht, was sich der Autor meiner ersten Erklärung gedacht hat. Vielleicht: „Terminologisch ist alles richtig, also muss man das verstehen.“

Die Quintessenz dieser Geschichte ist, wichtig ist, dass die Hypothese über den Kenntnisstand des „Belehrten“ richtig ist. Und oft wird auf dieser Seite mehr erwartet, als zu finden ist.

Eine andere Sache ist mir beim Löten aufgefallen, nachdem ich eine Platine kaputt gelötet habe, weil mir eine bestimmte Information gefehlt hat. Bei vielen Erklärungen wird nicht beschrieben, dass man die immer wieder die Lötspitze reinigen und verzinnen soll. Dann ist der Fluss der Lötzinns besser kontrollierbar. Der Grund, warum diese Information nicht genannt wird, ist einfach: Diese zwei Tätigkeiten sind wichtig bei jeder Lötverbindung. Also werden sie selten erwähnt, wenn nur eine bestimmte Art des Lötens erklärt wird. Es wird davon ausgegangen, dass das sowieso klar ist. Ich hatte sogar den Eindruck, dass viele Autoren glauben, das wäre so selbstverständlich klar, dass man es einfach nicht erwähnen muss weil ich dieses Reinigen und Verzinnen der Lötspitze auch nicht bei elementaren Texten zum Löten erwähnt gefunden habe.

Mir scheint hier ein Problem vorzuliegen, was mir schon öfters begegnet ist. Dem Profi erscheint das Notwendige so natürlich und klar, dass er ein Nichtwissen als unnatürlich betrachtet und deswegen einen gesonderten Hinweis als unnotwendig betrachtet.

In anderen Worten, sollte man in seinem Unterrichtsgeschehen sich denken, so etwas weiß man doch, dann sollte man dies vielleicht als einen Warnhinweis betrachten.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 2. Juli 2010 um 08:18 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .