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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Der Fluch des MP3s

Ich nehme ganz gerne etwas für meine Schüler auf oder bastle etwas mit meinen Softwareinstrumenten, was beim Üben zuhause mitspielt und das Lernen erleichtern soll.

Der Haupteffekt von solchen Playalongs ist meiner Erfahrung nach rhythmische Stabilität und auch Natürlichkeit.

Es gibt Schüler, denen dieser auditive Weg sehr entgegen kommt. Aber jetzt frage ich mich, ob ich diesen Schülern wirklich einen Gefallen tue.

Es gibt Teile meines Anfängermaterials, dass ich noch nicht aufgenommen habe oder so schnell eingespielt habe, sodass man erst vielleicht in der Schlussphase des Übens mitspielen könnte.

Daraus ergibt sich die Situation, dass der obengenannte Schülerkreis rhythmisch mit diesen Stücken auf Kriegsfuß steht. Andererseits ist dieser Schülerkreis kein Freund der traditionellen Methoden wie Metronom und Zählen.

Als mal wieder einer dieser Schüler jammerte und ich ihm mitteilte, es hätte mal eine Zeit gegeben, da hätte es nur Noten gegeben und noch nicht einmal die Möglichkeit des Aufnehmens, kam die Antwort, wir wären aber jetzt in der Jetztzeit und da ginge es.

Meine Reaktion war: „Sie wollen auf immer von mir abhängig bleiben?“

Auf meinen Einwand, ich wäre ja später nicht mehr da und könne aufnehmen, kam das Argument, der Computer könne doch aus den Noten Musik machen.

Ein Einwand, der zwar stimmt. Aber wer bedient den Computer und wer erklärt, wie es geht?

Ich will nicht diskutieren, ob es möglich ist dem Schüler das KnowHow zu vermitteln, einen Computer entsprechend zu benutzen, obwohl dies ein stark hinderlicher Faktor bei diesem Thema ist.

Sondern es stellt sich die Frage des Verhältnisses zwischen Aufwand und Nutzen. Als ich vor Kurzem mit Band-in-a-Box im Unterricht gearbeitet hatte, wollte sich ein Schüler das Programm kaufen. Der Preis war schon ein Argument dagegen. Aber auch die Frage, wie kommt er zu den Akkorden, mit denen er das Programm füttern muss.

Wenn ich eine Begleitung mit Band-in-a-Box für ein Stück mache, kann das schon mal 45 Minuten in Anspruch nehmen. Ich probiere Stile und Instrumentierungen aus, justiere die Lautstärke und Position der Instrumente im Stereobild. Überprüfe, ob es hilfreichere Varianten gibt, und, und. Aber ich habe die Routine. Ein Schüler bekommt die vermutlich nicht, weil er nur für sich arbeitet.

Ich behaupte jetzt ganz frech, der Schüler wird mit seinen Ergebnissen weniger glücklich und zufrieden sein als mit meinen.

Also viel Geld ausgegeben und keine richtig hilfreichen Ergebnisse. Die Erleichterung gemessen zu den traditionellen Mitteln dürften den Zusatzaufwand nicht wert sein.

Aber warum schreibe ich vom „Fluch“ des MP3s? Wie man an dem obigen Zitat sieht, war es eine Diskussion mit einem erwachsenen Schüler. Wenn Erwachsene schon denken, sie könnten sich gewisse Anstrengungen sparen, weil sich das via PC regeln lässt, was denken sich dann erst Kinder und Jugendliche.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 24. Januar 2014 um 08:40 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrenunterricht, Übematerial abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .