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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Will der Schüler Pop?

Die meisten werden sich über diese Frage wundern, weil Sie der Meinung sind, dass Schüler natürlich Pop im Unterricht spielen wollen. Wie komme ich nur auf diese Frage?

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Üben und Musizieren“ war das Hauptthema, wie funktioniert der Unterricht von Popmusik. De facto wurde der Gegensatz zwischen der Musizierpraxis der Klassik und der Popularmusik herausgearbeitet und die Folgen für den Unterricht.

Dass Pop anders funktioniert als Klassik war mir schon immer klar. In der Popmusik geht es weniger um die permanente buchstäbliche Wiedergabe eines Stückes, sondern darum was man daraus macht, dem Stück hinzufügt, wenn man ein Stück nachspielen will. Die wortwörtliche Imitation würde eigentlich als künstlerisch wertlos gelten.

So weit war das keine Neuigkeit für mich.

Aber dieser Gegensatz würde sich dann auch im Unterricht niederschlagen, in dem die Schüler frei in die Stücke, die sie spielen wollen, eingreifen dürften bis sogar müssten.

Da war ich dann doch etwas verblüfft. Denn Musikschulen sind keine Orte, in denen die Schallisolierung großgeschrieben wird, und so kann man lauschen, was die Kollegen treiben.

Dabei konnte ich sogar E-Gitarrenkollegen oder Lehrern, die ausdrücklich als Popmusiker firmieren, lauschen. In keinem dieser Unterrichte konnte ich irgendetwas hören, was auf die oben propagierte musikalische Kreativität schließen lassen würde.

Kollegen, die ich im Laufe der Jahre zu diesem Thema befragte, quittierten diese Frage mit einem Achselzucken. Das wäre doch etwas viel von den Schülern verlangt.

Musikalisch kreativ im Sinne von Improvisation und eine eigene Version des Stückes zu entwickeln, dies findet eigentlich nur bei Lehrern statt, die sich als Jazzmusiker bezeichnen.

Der mir bekannte Unterricht, der auf popmusikalischem Material basiert, ist eigentlich klassischer Unterricht nur mit anderer Literatur.

Von einem Jazzklavierkollegen höre ich schon seit Jahren den Unterricht, in dem improvisiert und sogar komponiert wird, und ich unterhalte mich auch mal mit den Schülern. Die Schüler lieben diesen Unterricht.

Nebenan befindet sich ebenso seit Jahren der E-Gitarrenkollege. Da werden nach wie vor die Soli CD-getreu abgekupfert.

Meine Erfahrung mit „““kompositorischen“““ Aufgaben ist zwiespältig. Diejenigen, die sich leicht tun, finden das schön. Diejenigen, die sich schwer tun, hätten lieber Lösungen vorgesetzt. Improvisation finden alle toll.

Es kann zwar sein, dass mein Horizont nicht repräsentativ ist. Aber in der letzten Zeit war ich wegen Aufnahmetechnik in popmusikalisch orientierten Foren unterwegs. Eine der häufig wiederkehrenden Fragen von Leuten, die ein Instrument beherrschen, ist, wie komme ich an Theoriekenntnisse, damit meine Stücke klingen. Warum haben die das in ihrem popmusikalisch geprägten Unterricht nicht gelernt?

Gibt es einfach zu wenig Nachfrage? In all den Jahren hatte ich nur zwei Schüler, die von sich aus anfingen Lieder zu schreiben. Wenn jetzt ein Poplehrer zehn Mal mehr solche Schüler hätte, dann könnten das zu wenige Schüler sein, sodass dieser kreative Ansatz der Popmusik zum Standardunterricht würde.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 7. März 2014 um 08:38 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt 2 Kommentare