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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Herbert Chlapik – Die Praxis des Notengraphikers (Buchbesprechung)

Herbert Chlapiks „Die Praxis des Notengraphikers“ ist das zweite in deutscher Sprache erhältliche Notensatzbuch. Es ist bedeutend billiger als Elaine Goulds „Hals über Kopf“.

Den ersten Teil des Buches habe ich mit großem Interesse und vielen Erkenntnissen gelesen. Chlapik macht einen historischen Abriss über die verschiedenen Techniken des Notenstechens. Darin wird deutlich, was für eine Arbeit Notensatz ist (Acht Stunden für eine Seite.) Ich bekam richtig gehenden Respekt vor dieser Tätigkeit.

Persönlich faszinierte mich auch der Handwerksstolz, der aus den Zeilen klang. Ein würdevoller Stolz, der mir schon lange nicht mehr begegnet ist. Es war ein Wehen aus einer sehr alten, vielleicht schon leider untergegangen Welt.

Dadurch wurde mir bewusst, warum Noten um so viel teuerer sind als „normale“ Schrifterzeugnisse. Warum die bestehenden Noten vermutlich so schleppend digitalisiert werden. Aber auch, warum Notensatz so schwierig ist.

Chaplik lässt einen an der Grundüberlegung der Raumaufteilung eines Notenblattes teilnehmen. Aber indem er das Raster erklärt, was zur Planung über dem Notenblatt liegt und wie dies die Abstände der einzelnen Zeichen zueinander bestimmt, war es mir eine sehr große Hilfe. Denn wenn ich plötzlich meine Zeichen gemäß dieses Rasters verschiebe und anordne sieht plötzlich vieles sinnvoller aus.

Ohne viel über Regeln gesprochen zu haben, begriff ich sehr viel, was mir sehr viel weiterhalf.

Aber auch Chlapik versucht die Regeln des Notensatzes zusammenzufassen.

Er tut dies bei weitem nicht so ausführlich wie Elaine Gould. Obwohl es teilweise auf mich wirkte, dass Chlapik die Blaupause für Goulds Buch lieferte.

Mit den Regelerläuterungen hatte ich stellenweise Probleme, weil ich das Notensatzbeispiel nicht mit der dazugehörigen Regel in Einklang bringen konnte. Entweder fehlerhaft oder ich bin zu dumm.

Es stellt sich die Frage, kaufe ich mir das Buch von Chlapik oder von Gould. Also Goulds Buch lässt eindeutig weniger Fragen offen. Aber für 89 Euro für meinen Geschmack zu viele. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich das Buch von Elaine Gould kaufen.

Aber durch die Lektüre von Chlapiks Buch verstand ich besser, wovon Gould in ihren Regeln spricht.

Aber weil Chlapik das Planungsraster erklärt hat, fände ich es besser, insbesondere weil viele Notensatzprogramme dieses Raster stillschweigen als Arbeitsbasis haben, wenn Gould in der Erläuterung den Bezug zu diesem Raster erkennen lassen würde.

Also z.B. wo kommt das Codazeichen hin, wenn es zur ersten Note in der Zeile gehört?

Oder wo Goulds Buch Fragen offen lässt, hilft Chaplik Buchs sich diese Fragen selber zu beantworten.

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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 14. Juli 2016 um 08:25 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Buchbesprechung, Notensatz abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .