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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Tipps zum Stimmen mit dem Stimmgerät

Irgendwie hat es eine Schülerin nach dem ersten Saitenwechsel geschafft, ihre Gitarre mit dem Stimmgerät total zu verstimmen. Mich wundert seit zwanzig Jahren, dass das bisher noch nie in meinem Gitarrenunterricht geschehen ist, insbesondere weil ich meinen Schülern eine Metronom-Stimmgerät-Kombi empfehle, die ein chromatisches Stimmgerät enthält.

Für die Kleine war das Problem, dass sie nicht wusste, ob jetzt ein zu hoher oder zu tiefer Ton angezeigt wird. Darauf hin habe ich meinen Text zum Stimmen mit Stimmegerät in meinem Unterrichtsmaterial etwas umgeschrieben.

Entscheidend für das Problem der Schülerin dürfte der neu eingefügte Punkt Orientierungshilfe der hilfreichste sein.

Grundsätzliches

Leise Umgebung

Bitte achte, darauf dass Du wenige Umgebungsgeräusche hast. Denn diese werden teilweise auch von dem Stimmgerät als Ton betrachtet und Du kannst mit der Anzeige rein gar nichts anfangen.

Ohne Kapodaster

Eigentlich eine klare Sache, aber ich muss es doch immer wieder mal erwähnen. Wenn Du mit dem Stimmgerät stimmst, dann musst Du dies ohne Kapodaster machen.

Dämpfen

Viele Schüler neigen dazu, am Wirbel der Gitarre zu drehen, bis sich der Zeiger an der richtigen Stelle in der Anzeige befindet. Dies führt leider zu falschen Ergebnissen, weil die Anzeige verzögert ist.

Du musst vor jeder Messung, die Saite abdämpfen.

Drehrichtung

  • Im Uhrzeigersinn wird der Ton tiefer
  • Gegen den Uhrzeigersinn wird der Ton höher

Verwirrpotential

Ab und zu zeigen Stimmgeräte Töne an, die vorne und hinten nichts mit dem Ton zu tun hat, den man stimmen will. Dies kann verschiedene Gründe haben.

h = b

In englischsprachigen Ländern wird der Ton h als b bezeichnet. Die Stimmgeräte sind meistens englischsprachig geplant. Deswegen erscheint, wenn Du die h-Saite anschlägst, meist ein b in der Anzeige.

Umfangsbeschränkung

Das Stimmgerät erkennt nur einen bestimmten Bereich um die Töne herum. Das kann ab und zu dazu führen, dass das Stimmgerät keinen Ton anzeigt oder einen falschen Ton anzeigt.

Wenn niemand an den Saiten gedreht hat, dann kannst Du normaler Weise davon ausgehen, dass die Saiten zu tief sind. Drehe die Saiten vorsichtig nach oben.

Orientierungshilfe

Falls Du dir unsicher sein solltest, nutze die hier stehende Tabelle.

Wenn einer der Buchstabenkombinationen links von dem Ton steht, den Du gerade stimmen willst, dann ist die Saite deutlich zu tief. Je weiter links, desto tiefer.

Steht die Buchstabenkombination rechts, dann ist die Saite deutlich zu hoch.

Saite ist zu tief Zu stimmende Saite Saite zu hoch
C# D Eb E F F# G
F# G G# A Bb B C
B C C# D Eb E F
E F F# G G# A Bb
G# A Bb B ist gleich h C C# D
C# D Eb E F F# G

Dies geschieht aber nur bei Stimmgeräten, die alle Töne erkennen und nicht nur die Töne der Gitarrensaiten. Die von mir empfohlenen Stimmgeräte gehören zu diesen Stimmgeräten.

Obertöne

Ab und zu geschieht es, dass ein anderer Ton angezeigt wird, als den Du stimmst. Wenn es störende Obertöne sind, dann wechselt die Anzeige häufiger zwischen zwei Tönen hin und her, oder wechselt gegen Ende den angezeigten Ton.

Verändere als erstes die Position des Stimmgerätes zur Gitarre. Probiere das mehrmals aus. Erst wenn Du dann immer noch einen anderen Ton angezeigt bekommst, dann ist höchstwahrscheinlich die Saite falsch gestimmt.

Hier liste ich dir für jede Saite die Obertöne auf, die häufig erscheinen.

Zu stimmende Saite: E A d g h e
Meist auftretender Oberton: B E A D #F A oder B

Der Grund für dieses komische Verhalten sind die schon genannten Obertöne.

Vereinfachend gesagt, ein Ton besteht eigentlich aus mehreren Tönen, die für die Ohren zu einem Ton verschmelzen. Es gibt einen Hauptton (richtig: Grundton) und die Nebentöne (richtig: Obertöne). Ab und zu sind die Obertöne so stark, dass sie das Stimmgerät zu falschen Messungen verleiten.

Genauigkeit

Insbesondere, wenn man zum ersten Mal stimmt, ist man ziemlich schnell davon frustriert, dass der Zeiger wirklich ganz genau die Nullstellung erreicht. Leider muss man das schaffen, weil das menschliche Ohr schon eine Abweichung von einem Hundertstel als störend wahrnimmt.

Tricks

  • Je näher der Zeiger an der Nullstellung ist, desto kleiner sollte die Drehbewegung sein. Dies geht bis zu kleinsten Ruckbewegungen.
  • Wenn die Saite minimal zu tief ist, dann ist es ab und zu besser, die Saite hinter dem Sattel leicht herunter zu drücken.
  • Wenn die Saite minimal zu hoch ist, dann ist es ab und zu besser, die Saite über dem Schallloch leicht hoch zu ziehen.
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Der Beitrag wurde am Freitag, den 21. Oktober 2016 um 08:42 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre stimmen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt einen Kommentar