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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Paraphrase 5c über „Einfach üben” – Tonlänge

Herr Mantel spricht in seinem Buch zwar davon, die metrischen Abweichungen einzelner Noten wahzunehmen oder diese bewußt spielen zu können. Aber es geht erst einmal darum, die Tonlänge überhaupt wahrzunehmen. Das ist ein Problem bei Gitarristen.

Mein Saxophonlehrer meinte immer:

„Gitarristen und Pianisten erkennt man daran, dass sie nicht wissen, dass ein Ton ein Ende hat. Bei denen haben die Töne nur Anfänge.”

Und da ist was dran. Wenn Gitaristen eine Halbe singen, singen sie erst eine Achtel und machen dann eine punktierte Viertelpause. Gitarristen singen das, was sie hören.

Der Ton bei einer Gitarre ist kurz gut und kräftig zu hören und ist dann ziemlich sehr schnell sehr leise. Genau das bildet ein Gitarrist nach, wenn er singt. Deswegen muss ein Gitarrist teilweise erst üben, die Tonlänge bewusst zu singen und wahrzunehmen.

Eine Übung für den Anfang wäre folgendes Notenbeispiel. Hier solltest Du beachten, dass Du den Ton wirklich zum richtigen rhythmischen Zeitpunkt abdämpfst oder singend exakt aushältst.

Der nächste Schritte wäre zum Beispiel, dass Du die einzelnen Stimmen deines Stückes singst und darauf achtest, dass

  • Du den gesungenen Ton wirklich bis zum nächsten Ton durchhältst. Also „duuuuuuuuuuuuuuduuuuuuuuuuu” und nicht „du——du——„.
  • Der gesungene Ton immer gleich laut ist und nicht gegen Ende hin leiser wird.

Eine andere Übung wäre, innerlich beim Spielen oder Musik hören mitzusingen. Dabei kontrolliert man, ob man wirklich den Ton bis zu seinem Ende innerlich mitsingt. Markiere innerlich insbesondere das Tonende.

Es ist klug, dass nicht gleich bei seinem eigenen Gitarrenspiel zu probieren, sondern mit Aufnahmen. Verwendet zuerst Aufnahmen von Solomelodieinstrumenten, dann erst von Gitarre und Klavier. Auch hier gilt wieder kleine Abschnitte mehrmals hören. Es dürfte klar sein, dass Stücke mit einem langsamen Tempo für den Einstieg geeigneter sind.

Weitere Aufgaben:

  • Es ist auch besonders interessant sich die Verbindung zweier Töne anzuhören. Sind die zwei Töne gebunden oder voneinander abgesetzt? Wie stark ist dieses Absetzen?
  • Wenn Du Noten zum aufgenommenen Stück zur Hand hast, vergleiche die notierte Notenlänge mit der wirklich erklingenden Notenlänge. Das ist insbesondere bei Phrasenenden interessant.
  • Bei Gitarren – und Klavierstücken achte darauf, wie der Ton beendet wird.
    Verklingt er oder wird er vom Interpreten beendet. Das Tonende hört sich je nach Situation unterschiedlich an. Lange Notenwerte im Notentext sind dafür geeignet.

Achte bei deinem Spiel darauf, wie Du deine Töne beendest. Also achte darauf, ob ein Ton endet, weil

  • Du z.B. den Finger abhebst oder aufsetzt.
  • ob Du ihn durch eine andere Technik abdämpfst.
  • weil er verklingt?

Achte weiter darauf, ob der Ton wirklich zu dem Zeitpunkt endet, zu dem er enden soll.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 14. September 2007 um 08:35 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Lernen, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .