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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Klassik für Dummies – David Pogue, Scott Speck (Buchbesprechung)

Vermutlich sind schon jedem Mal irgendwann die Bücher aus der Serie „… für Dummies“ in die Hand gefallen. Leider war meine Beschäftigung mit dieser Serie so oberflächlich, dass ich nicht sagen kann, ob das Buch „Klassik für Dummies“ ein typischer Vertreter dieser Serie ist.

Das Buch erhebt den Anspruch in die Welt der „klassischen Musik“ einzuführen.

Es werden folgende Themengebiete abgehandelt.

  • Was ist klassische Musik?
  • Musikgeschichte. Im zweiten Teil ist diese Musikgeschichte fast ein reines Komponistenportraitieren. Diese Darstellungsweise fand ich gar nicht schlecht, weil das Wesen der Epochen trotzdem klar wurde und die Darstellung nicht die Unübersichtlichkeit anderer Musikgeschichten hat.
  • Formenlehre. Mancher Purist wird die Nase darüber rümpfen, weil zu komprimiert und in seinen Augen zu oberflächlich. Aber zur Anfangsorientierung reicht es.
  • Tipps, wie bewege ich mich im Konzertleben. Die sind sehr hilfreich.
  • Instrumentenkunde. Sehr amüsant zu lesen. Bloß, dass bei dem Thema Gitarre eine Westerngitarre abgebildet war …. . Herrschaften, ich muss ja schon bitten! ;-)
  • Elementare Musiktheorie. Sehr einprägsame Beispiele. Aber vom Lesen alleine merkt man sich die ganzen Sachen nicht. Die praktische Anwendung zum Einüben fehlt. Aber das ist nicht das Problem des Buches, sondern des Mediums Buch.
  • Musikerwitze. Natürlich 50 Prozent Bratscherwitze.
  • Orientierungshilfen wie man sich weiter in der Welt der klassischen Musik bewegen kann. Bei diesen Orientierungshilfen merkt man, dass die Autoren aus dem englischsprachigen Raum stammen.
  • Eine Werkliste um eine CD-Sammlung aufzubauen. Die Werke werden nach Zugänglichkeit aufgeschlüsselt.

Bei den Themenkomplexen Musikgeschichte, Formenlehre und Instrumentenkunde werden immer Musikstücke genannt, in denen man das Erläuterte nachhören kann.

Das Beste an dem Buch ist, dass ich mir sehr oft gesagt habe, dass muss ich mir anhören und ausprobieren. Ich glaube, es ist ein Buch, das neugierig auf klassische Musik macht und Schwellenängste erst gar nicht aufkommen lässt. Es vermittelt, da ist etwas Tolles, das sollte ich unbedingt ausprobieren. Die Begeisterung der Autoren hat sich auf mich den Leser übertragen.

Dies erreicht das Buch durch einen Schreibstil, der mich sehr stark an Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxie“ erinnert hat. Eine Frage, die ich mir nach der Lektüre des Buches stellte, war: „Kann man als Veganer Geige spielen?“

Auf Grund dieses Stiles ist das Buch sehr interessant für Musiklehrer aller Art. Das Problem vieler Vermittlungsstile in diesem Bereich ist, dass diese stillschweigend ausdrücken, dass man ein Banause ist, wenn man diese Dinge nicht interessant oder wichtig findet. In „Klassik für Dummies“ wird dieser Stil teilweise auf die Schippe genommen und alles wirkt sehr einladend.

Wer hat etwas von dem Buch? Ich bin mir nicht sicher, wenn man sich das Buch selber kauft, um in die klassische Musik einzudringen, kann es sein, dass einem das alles zu wenig ernsthaft erscheint.

Das Buch dürfte aber beziehungsstabilisierend zwischen einem Klassikliebhaber und einem Klassikmuffel sein. Lassen Sie das Buch einfach rumliegen oder verschenken Sie es.

Das Buch erhält ein klare Kaufempfehlung von mir.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 21. September 2007 um 08:26 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Buchbesprechung, Lernen abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .