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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Zeitlicher Ablauf in Vorstellungen und Sprache

Diese Woche hatte ich ein sehr verblüffendes Erlebnis, was vermutlich ein Beleg eine Behauptung ist, die ich einmal vor vielen, vielen Jahren gelesen habe.Durch die Struktur von Sprache ist es sehr schwer Gleichzeitigkeit in der Imagination eines Menschen zu erzeugen. Denn gleichzeitig verlaufende Dinge bilden in der sprachlichen Darstellung eine Abfolge. Das führt dazu, dass auch in der Imagination die Dinge hintereinander ablaufen und nicht gleichzeitig.

Wenn Schüler austauschend greifen sollen (Also wenn der eine Finger greift, hebt sich der andere.), dann verfolgen die zwei Bewegungen gerne klar zeitlich getrennt hintereinander.

Als ich es wieder die zeitlich verschobene Abfolge sah, fragte ich den Schüler, ob er sich auch die Bewegung als zeitliche Abfolge vorstellt oder diese sich gleichzeitig vorstellt.

Er stellte sich die Bewegungen hintereinander vor. Als ich ihn aufforderte sich vorzustellen, dass der erste Finger den zweiten Finger hochdrücken würde, bekam ich auf Anhieb eine Gleichzeitigkeit zu sehen, die absolut präzise war.

Interessant wäre zu wissen, warum der Schüler sich, obwohl ich das Wort „gleichzeitig“ immer wieder verwendet habe, die Fingerbewegungen als Abfolge vorgestellt hat. Vermutlich in Einklang mit der oben beschrieben Behauptung, weil die Bewegungen in der sprachlichen Darstellung aufeinanderer folgen.

Erste Lehre aus der Geschichte: Wenn ein Schüler zwei Bewegungsabläufe nicht gleichzeitig macht, ist es auch sinnvoll den zeitlichen Ablauf seiner Bewegungsvorstellung zu hinterfragen.

Um eine gleichzeitige Bewegungsvorstellung zu erzeugen, könnte es hilfreich sein, ein Bild zu entwerfen, in welchem ein Wirkzusammenhang zwischen den beiden Bewegungen konstruiert wird.

In meinem Fall, dass der eine Finger den anderen hoch drückt. Eine andere Variante wäre eine Art mechanische Verbindung (z.B. Schnur, Stab) zwischen den beteiligten Körperteilen zu imaginieren.

Die reine „Wenn-Dann“ Beschreibung ist zu abstrakt und hat deswegen kaum eine Wirkung auf die Vorstellung.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 11. September 2009 um 08:01 Uhr veröffentlicht von und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht, praktisch abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .