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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Erklärungsprobleme (2) – Beiläufigkeit der Information

Es gibt Informationen, die eigentlich ziemlich einfach zu erfassen sind, höchstens beiläufig erwähnt werden, und trotzdem beim Betreffenden ziemlich langsam ankommen und deswegen das Leben mühseliger machen, als es sowieso schon sein kann.

Unmusikalisches Beispiel. Ich schraube schon ewig an meinen Fahrräder herum. Ich mache eigentlich fast alles selbst. Eines Tages fragte mich eine Schülerin, in was für eine Richtung man eine Schrauben drehen müsse, damit man sie festziehen würde. Ich war ziemlich perplex, weil ich ihr keine Antwort geben konnte. Also betrachtete ich meine Schrauberei genauer und stellte fest: „Erfülle der Schraube Sinn und dreh‘ sie im Uhrzeigersinn.“ Nachdem ich das festgestellte habe, gestaltete sich die Schrauberei doch um einiges erfreulicher.

Ein ähnliches Phänomen hatte ich mit einem Schüler. Wir beschäftigen uns mit Dreiklängen. Er hatte schon ‚zig Dreiklänge in Grundstellung geschrieben und diese standen auch noch auf dem Blatt, welches vor ihm lag. Dann stellte ich ihm die Aufgabe, er möge die Dreiklänge über die einzelnen Töne einer Tonleiter schreiben. Komischer Weise rechnete sich dieser Schüler alle Töne aus. Als ich ihn fragte, ob ihm eigentlich schon mal aufgefallen wäre, dass Dreiklänge im Notenbild immer gleich aussehen. Drei Notenköpfe, die nebeneinanderliegen. Entweder geht die Notenlinie durch die Notenköpfe oder die Notenköpfe liegen in den Zwischenräumen. Da fiel es ihm auch wie Schuppen von den Augen, dass er eigentlich hirnlos malen kann. Was ihm sehr gefiel. 😉

Komischer Weise fallen mir ad hoc viele Beispiele in der Musiktheorie ein, auf die dieser Sachverhalt zutrifft. Vermutlich deswegen, weil eine Art formales System dahinter steht.

Bei der Gitarre fällt mir schon weniger ein. Vermutlich weil die Dinge weniger offensichtlich sind. Ein Beispiel ist der angelegte Wechselschlag. Dort heißt die Regel: „Der Finger, der in der Luft ist, schlägt an.“ Auch bei Tonleitern tauchen immer gewisse Pattern auf, aber diese sind nicht so leicht formulierbar, wie die Wechselschlagregel.

Mir fallen einige Kriterien ein, woran man solche Informationen erkennen kann, die zu beiläufig präsentiert werden, aber doch das Leben vereinfachen, wenn sie wirklich via Eselsbrücke den Weg in den Kopf finden.

Aber die Kriterien dürften vermutlich sehr von meinen Lerngewohnheiten geprägt sein.

Entweder-Oder Information. Siehe Schraubenbeispiel. Oder kommt zuerst die Subdominante oder doch die Dominante. Wann handelt es sich um einen Dur oder Molldreiklang.

Wiederkehrende Muster. Wie sehen die Intervalle im Notenbild aus? Was für Fingerkombinationen tauchen immer wieder in Tonleitern auf. Zählweisen bezogen auf rhythmische Modelle.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 18. Juni 2010 um 08:29 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarre lernen, Gitarrenunterricht abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .