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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Der Aldigitarrenverdacht

Im Artikel „Die Aldigitarre – Versuch einer Objektivierung“ schrieb ich:

Wenn ich mir die drei Schüler mit Discountergitarre Revue passieren lasse, dann fällt mir auf, dass alle eine sehr verkrampfte linke Hand hatten. Ich muss versuchen, ob diese Verkrampfung geringer wird, wenn diese Schüler eine bessere Gitarre in der Hand haben.“

Durch einen Zufall habe ich diesen Test mit einer Schülerin gemacht. In der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien lag bei einer meiner Aldigitarrenschülerinnen eine meiner Leihgitarren im Raum. Also drückte ich ihr diese Gitarre in die Hand und sie spielte damit.

Nun muss man wissen, diese Schülerin ist sehr ungeschickt und sie war von Anfang an sehr verspannt. Die Mutter meinte dazu, da hätte sie wohl nicht so gute Gene an ihre Tochter weitervererbt. Sie würde dies motorische Probleme von sich selber kennen.

Der Kommentar der Schülerin, die in der dritten Klasse ist, war: „Geht leichter und klingt besser.“  Ich fand, sie war nicht ganz so verkrampft, tat sich etwas leichter.  Aber es war jetzt nicht so fulminant, als dass ich gesagt hätte, es muss eine bessere Gitarre her.

Also kommentierte ich das Ergebnis nicht weiter. Aber der Unterschied schien die Schülerin beeindruckt zu haben. Denn in der ersten Stunde nach den Weihnachtsferien stand die Mutter da und erzählte mir, dass ihre Tochter meinte, sie bräuchte eine bessere neue Gitarre, weil es so viel leichter wäre.

Ich habe bei der Schülerin nicht nachgebohrt, warum sie der Ansicht sei. Aber wir vereinbarten, sie spielt eine Zeitlang auf meiner Leihgitarre.

Und in diesen wenigen Wochen haben sich die Dinge doch fulminant verändert. Die Schülerin ist deutlich weniger verspannt, sie knallt nicht so die Töne, trifft besser und scheint sogar Freude an der Musik zu haben. Letztendlich war eine Entwicklung zum Besseren zu beobachten, die ich ihr in diesem Tempo bei Weitem nicht zugetraut hätte.

Liegt das nun daran, dass die Discountergitarren so schlecht sind oder ob die Schülerin eine andere Gitarre hat?

Das möchte ich gar nicht entscheiden. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein anderer Sachverhalt gelten dürfte. Bei ungeschickten Schülern potenziert eine schwer spielbare Gitarre die Ungeschicklichkeit extrem auf.

Wenn ich jetzt vergleiche, um wie viel schwerer sich die Discountergitarre der Schülerin spielt und um wie viel angestrengter sie war, und dies vergleiche, wie sehr mich diese Gitarre anstrengt, dann ist die Anstrengungssteigerung der Schülerin massiv höher und hat kein Verhältnis zu meiner Anstrengungssteigerung.

Langer Rede kurzer Sinn ungeschickten Schülern können bessere Gitarren das Leben massiv erleichtern.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 23. Februar 2018 um 08:00 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrenunterricht, Kinder abgelegt. | Es gibt 2 Kommentare