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Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Lockerheit durch Entkoppelung

Ich habe mich ja vor Kurzem mit dem Buch „Moderne Gitarrentechnik“ von Thomas Ottermann beschäftigt und mein Unbehagen kundgetan. Aber ich dachte mir schon damals etwas im Hinterkopf, ist das Thema wirklich so relevant? Einerseits verharrt man ja nicht statisch in ein und der/dieselben Handlungen, sondern modifiziert sie. Andererseits kenne ich ja genügend Leute, die Beschwerden durch das Instrumentalspiel hatten. Eigentlich kenne ich niemanden, dessen Problem durch eine Haltungsänderung beseitigt worden wäre, sondern man hat sich auf verschiedenen Wegen mit der Bewegungsqualität beschäftigt. Die wichtigsten Techniken waren/sind Feldenkrais, Alexandertechnik und Kinesiologie.

An Musikhochschulen hält man solche Körpertechniken mittlerweile für so wichtig, sodass an vielen Musikhochschulen diese Techniken zum Pflichtprogramm gehören.

Bei meinem Schnuppern fiel mir einerseits auf, dass sich bei Verwendungen der Hinweise bzw. Übungen meine Spielbewegungen sich lockerten, andererseits hat ich einen Kreativitätsanfall und entwickelte eigene Übungen, die die gleichen Effekte hatten.

Bei meiner Diplomarbeit beschäftigte ich mich mit sportlicher Bewegungslehre. Diese lieferte mir einen Erklärungsansatz, warum meine eigenen Ideen den gleichen Effekt hatten.

Grundsätzlich wird jede Bewegung ergonomischer, wenn man sie lange macht. Aber man kann diese Ergonomisierung forcieren. Durch Beobachtung, Bewusstmachung der Bewegung und durch koordinative Variation und Aufgaben.

Ich stelle durch diese Auseinandersetzung ziemlich schnell fest, dass mein Körper auf jeden Anschlag mit einer Art Versteifung reagierte. Z.B. eine leichte Stockung oder Stauung der Atmung. Eine minimale Steigerung der Spannung im Kiefergelenk usw.

Meine Erklärung dafür war, der Körper versucht gesteuerte Präzisionsbewegungen durch Fixierung des Körpers zu unterstützen.

Eines Tages versuchte ich meine linke Hand fließend auf und ab zu bewegen, während ich nur die rechte Hand spielte. Die Bewegungsimpulse der rechten Hand waren ein wahres Störfeuer für die Bewegung der linken Hand. Also probierte ich, dass die linke Hand sich unbeeinträchtigt bewegen konnte.

Ich musste mein Spiel extremst verlangsamen. Denn es stellte sich heraus, dass es wichtig war, zu spüren, wie und wann sich die Störung links ankündigt.

Nachdem mir das gelungen war, floss mein Spiel mehr. Und damit war mir ein Prinzip klar, aus denen ich weitere Übungen generierte.

Meine Lieblingsvarianten sind:

  • Rechte Hand oder linke Hand bewegen, die andere Hand spielt allein.
  • Wenn ich mutig bin, versuche ich zu dirigieren.
  • Den Kiefer zu öffnen und zu schließen
  • Die Wirbelsäule
    • zu drehen,
    • nach vorne und hinten zu beugen,
    • seitwärts zu beigen.
  • Den Atem fließen zu lassen.

Man kann die Bewegungen aber auch zur Musik ausrichten. Also z.B. die Bewegung ändert ihre Richtung beim Phrasenende oder wird an das Metrum gekoppelt.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 6. September 2019 um 08:16 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Eingeschoben, Gitarre lernen, Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, Musikalität, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .