https://www.gitarrenunterricht-frankfurt.de/wp-content/themes/GitarreFrankfurt/image/Logo-6a.png

Gitarrenunterricht in Frankfurt

Dipl.-Gitarrenlehrer Stephan Zitzmann

Die Saitenvorspannung

In einen meiner ersten Gitarrenstunden wurde mir das Buch „Tone production on the classical guitar“ von John Taylor in die Hand gedrückt. John Taylor war Physiker und klassischer Gitarrist und hat die Tonproduktion auf der Gitarre mit den Mitteln eines Physikers untersucht.

Er findet unter anderem heraus, dass die Anschlagsenergie am besten genutzt wird, wenn die Saite senkrecht zur Decke ausgelenkt wird. Was, wenn man ein wenig Ahnung von Physik hat, logisch ist. Trotzdem meinen die Meisten spontan, die Saite müsse parallel zur Decke ausgelenkt werden, damit die Energie bestmöglich ausgenutzt wird.

Was bedeutet „bestmöglich ausgenutzt“? Wenn man mit verschiedenen Auslenkrichtungen einen Ton gleicher Lautstärke erzeugen will, dann braucht man am wenigsten Kraft, wenn man die Saite zur Decke hindrückt.

Bloß wie übt man das? Ich war mit meinen bisherigen Übemethoden nie so recht zufrieden.

Vor einiger Zeit habe ich die Übemethode des Bewegungsreinigers vorgestellt. Mit dem Bewegungsreiniger kann man auch das Erzeugen einer Saitenvorspannung üben. Man versucht, dass man die Saite nicht nur bei Tap berührt, sondern zur Decke hindrückt.

Dabei verändert sich die Bahn der Fingerkuppe zur Saite hin.

Es gibt zwei schöne Nebeneffekte.

Je nachdem wie die Fingerkuppe auftrifft, ist es mehr oder weniger leicht die Saitenvorspannung zu halten oder zu erzeugen. Ist der Kontaktpunkt ungünstig, rutscht die Fingerkuppe quasi weg. Bei mir ist dies der Punkt, wo die Saite die Fingerkuppe sowieso berühren soll.

Aber wesentlich interessanter finde ich den zweiten Nebeneffekt. Zwischen dem Zeitpunkt des Berührens („Tap“) und des Knickens des Fingers („Klack“) ist ja immer eine Pause. Also bekommt man wunderbar mit, was da an der Fingerkuppe passiert.

Am Anfang hat man nämlich das Problem, die richtige Balance zu finden. Ist man im Grundgelenk des Anschlagsfingers zu steif, dann verhakt sich der Nagel. Ist man zu nachgiebig verliert sich die Saitenvorspannung wieder. Diesen Balanceakt kann man jetzt wunderbar trainieren.

Teile diesen Beitrag von Gitarrenunterricht Frankfurt

Der Beitrag wurde am Freitag, den 8. September 2017 um 08:33 Uhr veröffentlicht von Stephan Zitzmann und wurde unter den Kategorien: Gitarrentechnik, Gitarrenunterricht, Lernen, praktisch, Übemethodik abgelegt. | Es gibt keinen Kommentar .